25.05.2011, 17:20 Uhr

Anhörung Verkehrsausschuss: Elektromobilität als ganzheitliches Konzept

Berlin - Bei einer öffentlichen Anhörung des Verkehrsausschusses des deutschen Bundestages wurde deutlich, dass Elektromobilität mehr ist als ein Elektroauto. Es bedeute ein ganzheitliches Konzept, das von Elektrofahrrädern bis zu elektrisch betriebenen Bussen und Bahnen reiche, so die Fachleute.

Robert Bosch GmbH: individuelle Mobilität muss bezahlbar bleiben

Rolf Burlander von der Robert Bosch GmbH erinnert daran, dass sich die Bundesregierung verpflichtet habe, die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten alle Sektoren ihren "angemessenen" Beitrag leisten. "Wegen der vergleichsweise hohen CO2-Vermeidungskosten im Sektor Transport ist es angebracht, mit besonderem Augenmaß vorzugehen, um besonders die individuelle Mobilität der Bürger bezahlbar halten", betonte er und wies darauf hin, dass nach allgemeiner Einschätzung der Automobilindustrie der Verbrennungsmotor noch lange der Hauptantrieb für Fahrzeuge sein werde. Für die Akzeptanz dieser Elektrofahrzeuge spielten Reichweite und Kosten eine entscheidende Rolle. Daher empfahl Burlander unter anderem die Förderung von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Batterien sowie eine europaweite Standardisierung von Systemen, Produkten, Lade-Hardware und Lade-Software.

DUH: keine einseitige Förderung von Elektroautos

Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) begrüßte den Einsatz von Elektromobilität als einen möglichen Weg zur Minderung von CO2-Emissionen. Dringend notwendig und kurzfristig wirksam im Sinne von Klimaschutz und Luftreinhaltung sei die durchgehende Elektrifizierung der Schieneninfrastruktur in Deutschland sowie die Förderung der kommunalen Elektromobilität in Form von Straßenbahnen und Oberleitungsbussen. Die einseitige Förderung rein elektrischer Fahrzeuge sei jedoch der falsche Weg. Zur Bewertung der einzelnen Formen der Elektromobilität fehle die Berücksichtigung einer Gesamt-CO2-Betrachtung der unterschiedlichen Antriebstechnologien. Dabei würde herauskommen, dass reine Elektrofahrzeuge nur für wenige Einsatzzwecke geeignet seien und die geplanten eine Million Elektrofahrzeuge im Jahr 2020 nicht zu erreichen sei. Die DUH geht davon aus, dass es eher 300.000 bis 500.000 Elektrofahrzeuge sein werden.

FAST: integriertes Mobilitätskonzept fehlt

Heinz-Rudolf Meißner, FAST - Forschungsgemeinschaft für Außenwirtschaft, Struktur- und Technologiepolitik, kritisierte, dass integrierte Mobilitätskonzepte bislang nicht thematisiert wurden. Die Forderung, die verschiedenen Verkehrsträger zu verzahnen und ganzheitliche Mobilitätsketten anzubieten, liege spätestens seit Beginn der 1990er Jahre auf dem Tisch. Hier habe sich allerdings bisher nichts getan. Jetzt käme es auf die konkrete Umsetzung an.

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