20.11.2012, 09:39 Uhr

Klimaschutz: CERINA-Plan geht um die Welt

Münster – Die weltweiten CO2-Emissionen sind im Jahr 2011 auf einen neuen Rekordwert von rd. 34 Mrd. Tonnen angestiegen. Dieses Ergebnis einer IWR-Analyse ging zuletzt um die Welt, führende Medien in Europa, Nordamerika, Asien, Lateinamerika, Afrika sowie dem Nahen und Mittleren Osten griffen die Zahlen auf. Dennoch ist im Vorfeld der Klimakonferenz von Doha, Katar bislang kein neues Klimaschutzabkommen in Sicht, während das Kyoto-Protokoll zum Jahresende ausläuft. Das IWR hat bereits zur Klimakonferenz in Kopenhagen im Jahr 2009 den CERINA-Plan (CO2 Emissions and Renewable Investment Action Plan) entwickelt. Bei diesem Ansatz werden die CO2-Emissionen eines Landes an die Höhe der Investitionen in klimafreundliche Techniken, u.a. erneuerbare Energien gekoppelt. So wird das Problem im Kyoto-Modell aufgelöst: Im Kyoto-Modell mit dem Begrenzungsansatz werden Staaten mit hohem CO2-Ausstoß an den Pranger gestellt und Politiker sorgen sich um die Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Landes. Dadurch leidet die Akzeptanz des Kyoto-Modells.

Neuer Klimaschutz-Ansatz findet weltweit Beachtung

Neben den Zahlen zur Entwicklung der weltweiten CO2-Emissionen erfährt der CERINA-Plan zunehmend mehr Aufmerksamkeit in der öffentlichen Wahrnehmung. So wurde der Ansatz in China, den USA und Indien direkt aufgegriffen, weitere Medien berichteten zudem über die grundlegende Idee des CERINA-Plans. Aktuell sind diese drei Länder die weltweit größten CO2-Emittenten und kommen zusammen auf fast 50 Prozent der weltweiten Emissionen. Darüber hinaus wird der CERINA-Plan auch in Südamerika (u.a. Brasilien) oder Nordamerika (Kanada, Mexiko) diskutiert. Auch in Europa, u.a. in Großbritannien, Frankreich, Spanien, der Schweiz oder Griechenland griffen Medien die Idee des Ansatzes auf.

CERINA-Plan setzt auf Investitionen

Der CERINA-Plan ist im Gegensatz zum Kyoto-Modell kein Begrenzungs-, sondern ein Investitionsansatz. Dies macht ihn vor allem für die Länder interessant, die sich mit Blick auf ihre wirtschaftliche Entwicklung keinen festen CO2-Begrenzungen unterwerfen wollen. Der CERINA-Plan koppelt die Emissionen eines Staates an Investitionen in klimafreundliche Anlagentechnik, wie bspw. Erneuerbare Energien. Die Staaten erhalten dadurch die Möglichkeit entweder durch Senkung der Emissionen oder durch Erhöhung der Investitionen ihre Klimaschutzverpflichtungen zu erfüllen.

Zur CERINA-Plan-Berechnung: Kennt man den jährlichen weltweiten Zuwachs an CO2-Emissionen in Millionen Tonnen, kann rückwärts die Höhe der zu tätigenden Investitionen in klimafreundliche Techniken ermittelt werden, um diesen Anstieg zumindest zu kompensieren. Über einen vom IWR ermittelten Verrechnungspreis pro Tonne CO2 (Euro pro Tonne CO2) wird die weltweit notwendige Gesamtinvestition auf die einzelnen Länder mit ihren unterschiedlichen CO2-Emissionen verursachergerecht verteilt. Da der CO2-Ausstoß eines Landes bekannt ist, kann mit Hilfe diess CO2-Verrechnungspreises die Höhe der Investitionen in klimafreundliche Techniken für jedes Land bestimmt werden.

Hinweis: Der interne CO2-Verrechnungspreis zur Ermittlung der Investitionen in klimafreundliche Techniken für die Länder hat nichts mit den Preisen an den Börsen für die gehandelten CO2-Emissionen bzw. Zertifikaten zu tun.



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