17.06.2013, 15:01 Uhr

Solarworld vor Lösung der Finanzierungs-Frage – Aktie im Aufwind

Bonn – Solarworld hat offenbar die jüngsten Finanzierungsprobleme lösen können. Medienberichten zufolge soll sich das Unternehmen mit einem Großteil der Gläubiger und dem Großinvestor aus Katar über die zukünftige Finanzstruktur geeinigt haben. Frisches Geld kommt demnach zunächst durch eine Kapitalerhöhung von Qatar Solar Technologies, die für 35 Millionen Euro etwa 30 Prozent der Unternehmensanteile erhalten sollen, nebst der Zeichnung einer Wandelanleihe, mit einem Umfang von 200 Millionen Euro. Der Unternehmensgründer von Solarworld, Frank Asbeck, will angeblich 11 Millionen Euro beitragen. Aus diesen Geldern will Solarworld 35 Millionen Euro an die Gläubiger in bar auszahlen, die in einem Schuldenschnitt auf 600 der vorhandenen 900 Millionen Euro Forderungen verzichten würden. 75 Millionen folgen in 3 Raten bis 2016. Weiterhin sollen die Gläubiger Anteile von maximal 46,5 Prozent an Solarworld erhalten, nachdem Qatar Solar Technologies und Frank Asbeck zusammen 49,9 Prozent und Kleinaktionäre Anteile von 3,6 Prozent des Unternehmens halten.

Trotz bevorstehenden Kapitalschnitt: Aktie gewinnt um fast 30 Prozent

Inwiefern man diesen Gerüchten Glauben schenken darf, müsse in den folgenden Tagen abgewartet werden, so die Meinung von Beobachtern. Auf Anfrage von IWR-Online wollte Solarworld keine Stellungnahme zur aktuellen Entwicklung abgeben. Fest steht, wenn dieser Plan tatsächlich umgesetzt werden sollte, verlieren die Kleinanleger, deren Anteil sich bisher auf rd. 71 Prozent der Solarworld-Anteile beläuft, mit diesem Schnitt 95 Prozent ihres Kapitals. Paradoxerweise investierten Anleger trotz dieses bevorstehenden Wertverlustes heute kräftig in die Aktie des Solarkonzerns, die mit Gewinnen von zeitweise fast 30 Prozent aufwarten kann. Bleibt die Frage wie derartige Kursgewinne durch einen angeblichen Kapitalzufluss von 30 Prozent zu erklären sind, wenn andererseits die Alt-Aktionäre 95 Prozent ihrer Werte einbüßen werden.

Wie geht es bei SolarWorld weiter? Weitere Zustimmung nötig

Zur Umsetzung des Kapitalschnitts müssen neben den Gläubigern der erwähnten Schulden auch die Gläubiger zweier Anleihen über zusammen 550 Millionen Euro dem Konzept zustimmen. Am 8. Und 9. Juli sollen diese über die konkreten Rettungsmaßnahmen abstimmen, nachdem dies bei einer ersten Versammlung nicht möglich war. Aufgrund eines nicht erreichten Quorums von 50 Prozent war die Versammlung nicht beschlussfähig. Laut Solarworld werde es daher in der neuen Versammlung kein Quorum mehr geben. Die Kleinaktionäre, die wohl den größten Verlust zu verkraften haben, werden am 11. Juli 2013 in einer außerordentlichen Hauptversammlung über weitere Details informiert.

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