12.08.2013, 14:55 Uhr

Biogasbranche leidet unter politischem Zickzack-Kurs

Münster – Erst kam der Boom, dann wurden im großen Stil die Vergütungssätze reduziert: Die Biogas-Branche hat unter steigenden Preisen und vor allem den politischen Volten der letzten Jahre gelitten. Jetzt wünschen sich Branchenvertreter, die teils ihr Heil im Ausland suchen, vor allem verlässliche Rahmenbedingungen.

Die letzte Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes hatte es in sich: Die Einspeisevergütungen wurden gesenkt und diverse Zusätzprämien wie der Gülle-, KWK-, der Luftreinhalte- und der Landschaftspflegebonus fielen weg. Hinzu kamen die gestiegenen Preise für Agrarprodukte. Das Resultat: Die installierten Leistung ist nach Angaben des Fachverbands Biogas auf 250 Megawatt (MW) pro Jahr geschrumpft, was gegenüber 2011 einen Rückgang von etwa 80 Prozent bedeutet. Schrumpfende Umsätze und Stellenabbau sind derzeit keine Ausnahmeerscheinung in der Branche.

Biogas: Starker Einbruch beim Anlagenzubau

Deren Vertreter zeichnen im Gespräch mit IWR-Online ein pessimistisches Bild. „Die Branche bricht derzeit stark ein, zu verzeichnen ist ein enormer Rückgang im Biogasanlagenzubau, das betrifft auch die Partner-Technologie Kraft-Wärme-Kopplung. Ab Frühjahr 2014 rechnen wir aufgrund der mit Sicherheit anstehenden EEG-Novelle mit einem Stillstand in Bezug auf Biogasanlagenplanungen und damit verbunden noch stärkeren Auswirkungen auf den Markt“, sagt ein Brancheninsider, der nicht genannt werden möchte.

Der derzeitigen Entwicklung der Energiewende stehen die Experten äußerst kritisch gegenüber. Sie monieren den Mangel an klaren Rahmenbedingungen für Investoren, was zu einer absoluten „Abwartungshaltung“ geführt habe: „Die ständigen Verunsicherungen durch politische Diskussionen sowie das Infragestellen des EEG und anderer Fördermechanismen sind Hemmschuh für eine konsequente Umsetzung der Energiewende.“ Andere fordern bei der neuen Novellierung des EEG neue Impulse, aber auch den klaren Willen zur weiteren Umsetzung des Großprojekts. Es besteht zudem die Ansicht bei einem Betreiber, dass bei der Diskussionen der Blick vielfach nur auf die Stromversorgung gerichtet ist, wobei dem Thema Wärme nicht den nötigen Stellenwert zukomme.


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