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19.08.2013, 08:14 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Fünf häufige Fehler bei der Wärmedämmung von Gebäuden

Münster – Wärmedämmung kann wesentlich zur Energie- und damit zur Kosteneinsparung von Haushalten beitragen. Aber welche Materialien sind am besten geeignet und worauf sollten Hausbesitzer achten? Wir nennen fünf häufige Fehler, die unbedingt vermieden werden sollten.

Es gibt diverse Möglichkeiten, das Gebäude von außen oder von innen mit Verbundplatten oder anderen Konstruktionen zu dämmen. Hier werden u.a. Stoffe wie Mineralfasern, Schaumglas, Zellulose, Kork, Schafwolle oder Polystryol verwendet, die je nach Dicke der Dämmung im Winter Heizkosten sparen oder im Sommer die Hitze aussperren. Mit einer zwölf Zentimeter dicken Dämmung können laut Expertenaussagen etwa 50 Prozent der Heizkosten eingespart werden, wobei die Investitionskosten für das Material (Innen: zwischen 40 und 80 Euro pro Quadratmeter und außen: zwischen 100 und 130 Euro pro Quadratmeter; je nach Material) sich unter bestimmten Voraussetzungen bereits nach etwa zehn Jahren amortisieren können.

Experten geben Tipps
Bei der Umsetzung der Maßnahmen können Haus- oder Wohnungsbesitzer allerdings auch einiges falsch machen, was am Ende sogar zu mehr Kosten durch u. a. Bauschäden oder Schimmelbildung führen kann. Deswegen ist es immer ratsam, sich von zertifizierten Fachleuten dabei beraten zu lassen. Die Architektenkammer NRW nennt für IWR-Online fünf häufig zu beobachtende Fehler bei der Gebäudedämmung.

Die Top 5 Fehler bei Gebäudedämmungen

1. Die fehlende Planung
Oft renovieren Eigentümer ihr Haus, ohne sich zunächst fachkundigen Rat einzuholen. So werden Möglichkeiten der Energieeinsparung und die Nutzung erneuerbarer Energien übersehen oder im schlimmsten Fall Fehler gemacht, die zu Bau- und Schimmelschäden führen.

Dabei ist guter Rat nicht teuer. Eine Erstberatung zur Verbesserung der Energiebilanz eines privaten Wohnhauses wird sogar gefördert. Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen führt Listen von Energieberatern, die entweder eine geförderte Start-Beratung oder eine umfassendere, ebenfalls geförderte vor-Ort-Beratung anbieten.

2 . Energieeinsparverordnung wird ignoriert
Immer wieder zu beobachten: Dämmstärken passen nicht, nachträglich eingebaute Fenster haben nicht die korrekte energetische Qualität, Ziegeldächer werden ausgetauscht, ohne dass das Dach gedämmt wird. Dabei macht die Energieeinsparverordnung (EnEV) eindeutige Vorgaben. Wer mehr als zehn Prozent der jeweiligen Bauteile oder Bauteilfläche erneuert, muss die Anforderungen der EnEV an bestehende Bauteile einhalten und kommt an einer energetischen Verbesserung nicht vorbei. - Die Mehrausgaben kann man dann bei den Heizkosten wieder einsparen.

3. Einzelmaßnahmen werden nicht abgestimmt
Wer zuerst die Heizung austauscht und dann die Fassade saniert, dessen Heizanlage ist zwangsläufig überdimensioniert. Der alleinige Austausch von Fenstern kann bei unseren dichten Gebäuden zu Schimmel führen. Energetische Maßnahmen müssen also aufeinander abgestimmt sein. Man tut als Eigentümer gut daran, all dies zu bedenken und mit seinen Fachleuten einen abgestimmten Sanierungsfahrplan zu entwickeln.

4. Technische Regeln werden nicht beachtet
Bei einem Wärmedämmverbundsystem müssen die einzelnen Komponenten aufeinander abgestimmt sein und benötigen eine bauaufsichtliche Zulassung für das Gesamtsystem. Es genügt nicht, sich Dämmung, Dübel, Kleber, Gewebe und Putz im Baumarkt zu besorgen. Brandriegel dürfen nicht vergessen werden. Fenster müssen luftdicht eingebaut werden, einfaches Einschäumen ist längst passé. Besonders heikel sind Innendämmungen, die nur dann funktionieren, wenn alles aufeinander abgestimmt ist, die Herstellerangaben beachtet werden und die Ausführung besonders sorgfältig erfolgt. Hier ist Fachwissen gefragt. Architektinnen und Architekten stimmen Gestaltung, Materialeinsatz, technische Systeme und Komfort aufeinander ab.

5. Beeinträchtigung des äußeren Erscheinungsbilds
Schon manches Gebäude hat nach einer Sanierung seine ursprüngliche Anmutung verloren. Insbesondere der großflächige Einsatz von Wärmedämmverbundsystemen hat das Gesicht unserer Städte verändert. Jede Modernisierung ist nicht nur ein Eingriff in die bestehende Gebäudestruktur, sondern meistens auch in das gewachsene Stadtbild.

Architekten fühlen sich verpflichtet, die baulichen und gestalterischen Qualitäten des Bestandes herauszuarbeiten und durch behutsame Sanierung die Qualität von Gebäuden und Quartieren weiter zu entwickeln. Damit werden langfristig Werte auch für die einzelnen Bauwerke gesichert.

Weitere Infos und Themen unter:
Und sie lohnt sich doch: Streit um energetische Gebäudesanierung
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© IWR, 2013







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