22.08.2013, 16:36 Uhr

Studie: Offshore-Windkraft könnte deutlich günstiger werden

Berlin – Die Offshore-Windenergie ist ein zentraler Baustein der Energiewende: Das ambitionierte Projekt ist technisch anspruchsvoll, erfordert aber auch Milliarden-Investitionen. Bei einem konsequenten Ausbau der Energiegewinnung auf See könnten die Gestehungskosten für den Strom aber deutlich gesenkt werden.

Die Erhebung der Prognos AG und der Fichtner Gruppe kommt zu dem Ergebnis, dass die Kosten für Strom aus Offshore-Windenergie unter der Voraussetzung eines konsequenten Ausbaus in den nächsten zehn Jahren um rund ein Drittel gesenkt werden können. „Den hier ermittelten Kostensenkungspotenzialen liegt die Annahme zugrunde, dass wir bis zum Jahr 2023 einen stetigen Ausbau der Kapazität auf mindestens neun Gigawatt verwirklichen. Nur so gewinnen wir Projekterfahrungen, können technische Innovationen vorantreiben und damit die Kosten deutlich senken“, sagte Jens Eckhoff, Präsident der Stiftung Offshore-Windenergie am Donnerstag bei der Vorstellung der Studie in Berlin.

Eckhoff sagte: „Die Offshore-Windenergie hat ein erhebliches Kostensenkungspotenzial. Um dieses Potenzial heben zu können, braucht die Branche verlässliche Rahmenbedingungen zur Erreichung eines signifikanten Marktvolumens.“ Die Stiftung Offshore-Windenergie hatte die Studie gemeinsam mit Verbänden und Unternehmen aus der Offshore-Windindustrie beauftragt.

Best Case: Kostensenkung von 39 Prozent

Die Studie hat die mögliche Kostenentwicklung der Stromerzeugung aus Offshore-Windenergie bis zum Jahr 2023 analysiert. Dazu wurden drei typische deutsche Standorte für Offshore-Windparks anhand zweier Ausbauszenarien untersucht. Das erste Szenario setzt eine stabile Marktentwicklung voraus und beschreibt einen Ausbau mit mindestens neun GW installierter Leistung in Deutschland bis 2023. In diesem Szenario sinken die Kosten bis zum Jahre 2023 im Mittel über alle Standorte hinweg um etwa 31 Prozent. Das zweite Szenario sieht bei einem optimalen Marktumfeld einen Ausbau von 14 GW bis 2023 vor. In diesem Fall können die Kosten um bis zu 39 Prozent sinken.

„Zentraler Treiber der Kostensenkung ist die kontinuierliche technische Weiterentwicklung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Insbesondere bei den Investitionskosten können Einsparungen erreicht werden. So nehmen die Kosten für Tragstrukturen und weitere Komponenten sowie für die Installation ab. Der Einsatz größerer Turbinen senkt die spezifischen Kosten, da die Energieerträge deutlich steigen“, sagte Frank Peter von Prognos, Mitverfasser der Studie.

Offhore-Investitionssicherheit fehlt

Die Studie zeigt zudem, dass durch wachsende Erfahrungen bei Planung, Bau und Betrieb der Anlagen eine Reduzierung der Risiken und damit auch der Finanzierungskosten möglich ist. Außerdem können Betrieb und Wartung der Offshore-Anlagen vor allem durch Verbesserungen in der Logistik günstiger werden, etwa durch den Einsatz leistungsfähigerer Schiffe und optimierter Infrastruktur. Die Untersuchung zeigt desweiteren, dass bei einem optimalen Marktumfeld auch eine erweiterte Serienfertigung und steigender Wettbewerb zur Kostensenkung beitragen.

Eckhoff erklärte: „Wir haben in Deutschland eine Reihe von Projekten, die in den Startlöchern stehen. Ihnen fehlt derzeit die nötige Investitionssicherheit. Um die Erfahrungen aus den ersten deutschen Offshore-Windparks nutzen und die Weiterentwicklung der Industrie vorantreiben zu können, ist eine zeitnahe Umsetzung erforderlich. So kann Offshore-Strom einen wesentlichen Beitrag zur zukünftigen Energieversorgung leisten.“

Zur Kurzfassung der Studie.

Zur Langfassung der Studie.

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