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30.10.2013, 17:09 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

IWR-Direktor Norbert Allnoch: mehr Flexibilität statt Kapazität im Strommarkt

Münster / Bonn – Im Vorfeld der Bundestagswahl 2013 sind der Ausbau der erneuerbaren Energien und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stark unter Beschuss genommen worden. Eine radikale Reform des EEG wurde von vielen Seiten gefordert, um den Ausbau der regenerativen Energien besser koordinieren und steuern zu können.

In einem Interview mit der Zeitschrift "Solarzeitalter" sprach IWR-Chef Norbert Allnoch über die Herausforderungen der Energiewende, den Mechanismus der EEG-Umlage und darüber, welche Rolle Kapazitätsreserven und der Netzausbau im Rahmen der Energiewende spielen werden.

Geänderter EEG-Wälzungsmechanismus 2010 ist das Hauptproblem

Für Allnoch ist der 2010 auf Initiative der Energiewirtschaft geänderte EEG-Wälzungsmechanismus in Verbindung mit den zunehmenden Ausnahmeregelungen der Dreh- und Angelpunkt zahlreicher Probleme wie z.B. das der schnell steigenden EEG-Umlage, die durchlaufenden Kohlekraftwerke oder auch die hohen Stromexporte. Die Abkehr von der physischen zur bilanziellen Wälzung des EEG-Ökostroms ist das Kernproblem. Daher müsse dieser jetzt verändert werden, denn er sei planwirtschaftlich ausgerichtet und behindere die Marktintegration der erneuerbaren Energien.

Aus Sicht von Allnoch werde derzeit in der Politik zudem lediglich über die Angebotsseite diskutiert, d.h. über die Vergütungssätze, das Ausbauvolumen und die Anlagenbetreiber. Aber das Anreizsystem für den EEG-Ökostrom auf der Nachfrageseite werde von staatlicher Seite völlig abgeschnitten und ausgeblendet. Daher schlägt Allnoch mit einem Martkpreismodell einen ganzheitlichen Ansatz vor, in dem die Organisation des Marktplatzes selbst sowie die Nachfrageseite nach physischem EEG-Ökostrom mit einbezogen wird und im Ergebnis die Vermarktungserlöse für den EEG-Strom steigen.

Kraftwerke: Flexibilitäts- statt Kapazitätsmarkt

Hnischtlich der Forderung seitens der Energiewirtschaft nach einem Kapazitätsmarkt für die Stromerzeugung zeigt sich Allnoch skeptisch. Die Rufe nach einem solchen Kapazitätsmarkt seien irreführend, denn Deutschland verfüge bereits über genügend Stromerzeugungskapazitäten. Die entscheidende Frage sei jedoch, wie schnell und flexibel die Kraftwerke auf die sich ändernden Angebots- und Nachfragesituationen reagieren können. Deshalb fordert er ein Anreizsystem für einen neu definierten Flexibilitätsmarkt inklusive Speichertechniken und keinen Kapazitätsmarkt.

Umfang des Netzausbaus überdenken
Im Interview geht Allnoch auf weitere Probleme in der Energiewirtschaft ein. Beim europäischen, grenzüberschreitenden Stromhandel mahnt er im Zusmmemhang mit einer von der EU geforderten engeren Kooperation der Strombörsen zunächst den Ausbau der grenzüberschreitenden Kupplungsstellen an. In Sachen Emissionshandel plädiert der Experte für die Regenerative Energiewirtschaft für die Option einer fixen CO2-Preis-Untergrenze wie in den USA und beim Netzausbau kritisiert Allnoch den geplanten Umfang des Netzausbaus. Aus seiner Sicht müssten die Ausbaupläne nicht so ausgelegt sein, dass jede erzeugte Kilowattstunde von jedem errichteten Kraftwerk zeitgleich ins Netz eingespeist werden kann. Er vergleicht die Situation mit dem Ausbau ein Autobahn. Niemand käme auf die Idee, auf eine zehnspurige Autobahn aufzurüsten, nur damit alle Autos zu jeder Zeit ohne Stau fahren könnten, so Allnoch.

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