03.12.2013, 15:51 Uhr

Power-to-Gas-Anlage speist erstmals Wasserstoff ins Erdgasnetz ein

Schwerin/Frankfurt am Main – Die Thüga–Gruppe hat in Frankfurt in ihrer Demonstrationsanlage erstmalig in Deutschland Wasserstoff in ein öffentliches Gasnetz eingespeist. Im Rahmen des Power-to-Gas-Projekts wird durch Elektrolyse Wasserstoff aus Wasser produziert.

Dabei liefert Strom die benötigte Energie. Durch diese Technik soll Strom aus erneuerbaren Energien zukünftig gespeichert werden können. Insgesamt investieren die Projektteilnehmer mehr als 1,5 Millionen Euro in dieses Pilotprojekt.

Thüga-Gruppe will 2014 den offiziellen Betrieb starten

„Die Anlage funktioniert planmäßig, so dass wir in Kürze den Probebetrieb aufnehmen werden und Anfang 2014 den offiziellen Betrieb starten können", erklärt Thomas Pätzold, Technischer Vorstand der beteiligten WEMAG AG. Bis Ende 2016 sollen Erfahrungen an der Demonstrationsanlage gesammelt werden und die daraus gewonnen Erkenntnisse sollen später in weiteren Anlagen eingebracht werden. Begleitet wird die Betriebsphase vom hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Fortschrittliche Technologie senkt Kosten

Kernstück der Anlage ist ein Protonen-Austausch-Membran (PEM)-Elektrolyseur der Firma ITM Power. Dieser wandelt elektrische Energie in chemisch gebundene um und macht so den Strom speicherbar. Der Vorteil an dieser Anlage ist der Einsatz von Wasser anstatt von Kalilauge und somit einer umweltschonenderer Einsatz, auch die kompakte Bauweise (2,45 m hoch, 6 m lang, 3,30 breit, 10 Tonnen schwer) sei ein weitere Pluspunkt der Anlage. Durch einen fortschrittlichen Eleektrolyseur, welcher das Wasserstoff-Erdgasgemisch bereits mit einem für das Gasverteilnetz passendem Druck von 3,5 bar liefert konnten weitere Kosten gespart werden, so Pätzold. Die Stromaufnahmeleistung der Anlage beträgt 315 Kilowatt. Sie soll pro Stunde rund 60 Kubikmeter Wasserstoff erzeugen und so in einer Stunde 3000 Kubikmeter mit Wasserstoff angereichertes Erdgas in das Netz einspeisen.

Zweite Testphase bei erfolgreichem Pilotprojekt erwartet

Durch die Prüfung der Praxistauglichkeit der Power-to-Gas Technologie an dieser Demonstrationsanlage soll das Potential dieser Technologie als Speicher für überschüssigen regenerativen Strom untersucht werden. Nach jetzigem Stand ziehen die Projektteilnehmer nach einem erfolgreichen ersten Durchlauf ein zweites Projekt in Betracht, in dem aus Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid synthetisches Methan erzeugt und eingespeist werden soll, da sich Methan besser für die großtechnische Nutzung eigne.

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