05.12.2013, 15:20 Uhr

NRW-Klimakongress: Landesregierung setzt beim Klimaschutzplan auf Bürgerbeteiligung

Düsseldorf – Die NRW-Landesregierung hat sich dem Klimawandel mit der Verabschiedung des bundesweit ersten Klimaschutzgesetzes gestellt und will nun bei der Erstellung eines Klimaschutzplans die Bürger des Landes mit ins Boot holen.

Zum Auftakt der zweiten Phase des Klimaschutzplans fand der NRW-Klimakongress unter dem Motto „Gemeinsam Zukunft gestalten“ in Wuppertal statt. Mehr als 700 Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind der Einladung gefolgt.

Energiewende und Klimaschutz Wachstumsmotor für NRW

Zum Beginn der Veranstaltung hat NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) die Verantwortung des Landes klargestellt: „Ein ambitionierter Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel gehören zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Nordrhein-Westfalen kommt hierbei als Industrieregion und Energieland Nr. 1 eine entscheidende Rolle zu. Ohne den Beitrag Nordrhein-Westfalens können die nationalen und die europäischen Klimaschutzziele nicht erreicht werden“. Mit dem ersten deutschen Klimaschutzgesetz habe NRW eine Vorreiter-Rolle eingenommen.

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat zudem die Chancen, die der Klimaschutz als Fortschritts- und Wachstumsmotor für NRW bietet, unterstrichen: „Energiewende und Klimaschutz sind echte Fortschrittsmotoren. In Nordrhein-Westfalen gibt es mehr als 400 Firmen der Zulieferindustrie der weltweiten Energiebranche. Über 28.000 Menschen arbeiten in NRW im Bereich der Erneuerbaren Energien, rund 10.000 Menschen sind es allein bei der Windenergie. In den Windenergieanlagen, die seit 2007 weltweit errichtet wurden, kam jedes zweite eingebaute Getriebe aus Nordrhein-Westfalen.“

400 Vertreter aller gesellschaftlichen Gruppen arbeiten Vorschläge aus

Auf dem NRW-Klimakongress wurde zusammen mit Gästen aus Österreich, Frankreich und den Niederlanden die Rolle von Regionen im internationalen Klimaschutz anhand des Beispiels des Industrielandes Nordrhein-Westfalen dargestellt. Zudem konnten sich Teilnehmer über die Zwischenergebnisse der ersten Phase des Klimaschutzplans anhand von Themeninseln informieren.

Ende Januar 2013 wurde das erste deutsche Klimaschutzgesetz mit konkreten Zielen für die Treibhausgas-Minderung vom Landtag verabschiedet. Derzeit erarbeiten mehr als 400 Vertreter verschiedener gesellschaftlicher Gruppen, Firmen, Gewerkschaften und Umweltverbände Vorschläge für konkrete Strategien und Maßnahmen im Klimaschutzplan. Es ist eines der größte Beteiligungs- und Dialogverfahren in NRW. Ab kommender Woche wird zudem eine Online-Beteiligung gestartet, in der sich die Menschen in Nordrhein-Westfalen zu den 360 Vorschlägen der Arbeitsgruppen und Workshops äußern können.

„Mit unserem umfassenden Beteiligungsverfahren haben wir den richtigen Weg eingeschlagen. Anstatt von oben zu entscheiden, diskutieren die unmittelbar Betroffenen über sinnvolle Maßnahmen zum Klimaschutz. So schaffen wir die besten Voraussetzungen zur breiten Akzeptanz des Klimaschutzplans und für die Umsetzung unserer ambitionierten Ziele“, so Klimaschutzminister Johannes Remmel.

Mehrere Hunderte Millionen Euro bereits in Maßnahmenpaket eingeflossen

Die Landesregierung hat den ambitionierten Klimaschutz als eines der zentralen Projekte ihrer Amtszeit definiert. Im Oktober 2011 wurde das KlimaschutzStartProgramm von der Landesregierung verabschiedet: Das Maßnahmenpaket enthält insgesamt 22 Einzelmaßnahmen in zehn Themenfeldern und hat ein Volumen von mehreren hundert Millionen Euro an Fördergeldern und Krediten, die inzwischen angestoßen oder bereits umgesetzt sind.

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Zur IWR-Studie „Zur Lage der Regenerativen Energiewirtschaft in NRW 2011" (Internetseite des NRW-Klimaschutzministeriums)


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