05.02.2014, 11:33 Uhr

Solarworld meldet neue Belastungen in Millionenhöhe

Bonn – Der Bonner Solarkonzern hat per Ad-Hoc-Mitteilung auf weitere Belastungen in Millionenhöhe hingewiesen. Nach Verhandlungen mit einem Rohstofflieferanten sei eine bilanzielle Neubewertung der geleisteten Anzahlungen bzw. Rückforderungsansprüche aus den langfristigen Lieferverträgen notwendig.

Die Solarworld AG habe mit einem ihrer Langzeit-Rohstofflieferanten eine Einigung darüber erzielt, die bestehenden Lieferbeziehungen fortzuführen. Dies erfordere eine bilanzielle Neubewertung der geleisteten Anzahlungen bzw. Rückforderungsansprüche und werde das Ergebnis der Solarworld AG um einen zweistelligen Millionenbetrag belasten.

Verbindung zu Wacker

In der vergangenen Woche hatte der Silizium-Lieferant Wacker mitgeteilt, dass man die Vertrags- und Lieferbeziehungen mit einem der Kunden für Solarsilizium neu geregelt habe. Wacker habe dem Kunden jedoch zugesichert, aus Wettbewerbsgründen den Namen nicht zu nennen und die Einzelheiten der neuen vertraglichen Regelungen vertraulich zu behandeln. Allerdings meldete der Chemiekonzern, dass sich in diesem Zusammenhang Sondererträge aus einbehaltenen Vorauszahlungen und Schadenersatzleistungen ergeben, die das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Konzerns voraussichtlich um rund 115 Mio. Euro erhöhen. Das passt zwar nicht ganz mit dem zweistelligen Millionenbetrag zusammen, den Solarworld nun in Spiel bringt, doch die Verbindung zwischen beiden Nachrichten drängt sich auf.

Solarworld-Marktkapitalisierung noch bei 21 Mio. Euro

Die Aktie von Solarworld, die inzwischen unter neuer Wertpapierkennnummer (WKN: A1YCMM) gehandelt wird, bewegt sich am Mittwoch im Plus. Bislang verteuert sich das Wertpapier um 3,3 Prozent auf 28,83 Euro (Stand 11:16 Uhr). Doch umgerechnet ist der Kurs seit Jahresbeginn um knapp 60 Prozent eingeknickt. Der umgerechnete Höchstkurs der Aktie wurde im Jahr 2006 bei über 40.000 Euro markiert. Solarworld weist daraufhin, dass sich durch die neue Vereinbarung mit dem Rohstofflieferanten kurz- und mittelfristig positive Liquiditätseffekte für den Solarworld-Konzern ergeben würden. Darüber hinaus sichere die Vereinbarung die Versorgung des Solarworld-Konzerns mit wichtigen Rohstoffen. Die Markkapitalisierung des einstigen RENIXX-Unternehmens liegt bei dem aktuellen Kurs noch bei gut 21 Mio. Euro.

Asbeck trennt sich vorübergehend von seinen Anteilen

Solarworld hat zuletzt seine finanzielle Restrukturierung unter Dach und Fach gebracht. In deren Rahmen ist eine Kapitalherabsetzung um ca. 95 Prozent verbunden mit einer anschließenden Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage durchgeführt worden bzw. geplant. Damit tragen die Aktionäre den Großteil eines Schuldenschnitts. Frisches Geld soll im Rahmen der Kapitalerhöhung von Qatar Solar Technologies kommen, die für 35 Mio. Euro etwa 30 Prozent der Unternehmensanteile erhalten sollen. Zudem will Solarworld-Chef Asbeck selbst rund zehn Mio. Euro beisteuern. Dieser hat sich in den letzten Wochen und Monaten in großem Stil von Solarworld-Aktien getrennt und so noch gutes Geld gemacht. Sein Anteil ist von ursprünglich etwa 28 Prozent auf aktuell 3,7 Prozent geschrumpft.

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