21.02.2014, 16:32 Uhr

Ferrostaal sorgt für Windenergie in der Mongolei

Münster/Essen/Ulan Bator, Mongolei – Die Ferrostaal Industrial Projects GmbH steigt in das mongolische Windpark-Projekt „Sainshand“ ein. Das deutsche Industrieunternehmen aus Essen übernimmt die Mehrheit an dem geplanten Windpark. Das Investitionsvolumen beträgt rund 120 Millionen US-Dollar.

Durch die Übernahme der Mehrheit an dem Projekt mit einer geplanten Windkraftleistung von 52 Megawatt (MW), schlägt Ferrostaal Industrial Projects die Brücke zwischen dem lokalen Projektentwickler, der Sainshand Wind Park LLC, und der internationalen Finanz- und Investorenwelt.

Wirtschaftswachstum bedingt steigenden Strombedarf

Die Mongolei hat sich in den vergangenen Jahren zu einer boomenden asiatischen Volkswirtschaft entwickelt. Allein im Jahr 2012 ist das Bruttoinlandsprodukt der Mongolei real um 12,4 Prozent gewachsen. Zwar hat die mongolische Wirtschaft im Jahr 2013 ein wenig an Dynamik verloren. Dennoch steigt Hand in Hand mit dem hohen Wirtschaftswachstum der Energiebedarf der Mongolen. Von 2007 bis 2012 hat der Strombedarf jährlich um etwa sechs Prozent zugelegt. Die Mongolei kann diesen steigenden Bedarf allerdings nicht vollständig aus eigener Produktion decken und ist auch auf Stromimporte aus Russland und der VR China angewiesen.

Immense Potentiale für erneuerbare Energien

Um diese Abhängigkeit zu reduzieren, werden in der Mongolei derzeit zahlreiche Energie-Projekte in die Wege geleitet. Dabei soll insbesondere den erneuerbaren Energien eine größere Bedeutung im Erzeugungsmix zukommen. Ausschlaggebend hierfür sind die hervorragenden klimatischen Bedingungen, die in der Mongolei vorgefunden werden: Mit 257 wolkenfreien Tagen gehört es zu den sonnenreichsten Ländern der Welt und auch die Windbedingungen sind optimal. Dennoch werden zurzeit nur etwa drei Prozent des mongolischen Stroms aus erneuerbaren Energien gewonnen. Um diese Potentiale intensiver abzuschöpfen, fördert die mongolische Regierung den Ausbau erneuerbarer Energien. Dafür hat sie im Jahr 2007 ein entsprechendes Gesetz erlassen, das einen Anteil alternativer Energiequellen von 20 bis 25 Prozent für das Jahr 2020 festlegt. Nach dem Vorbild des deutschen EEG werden hierfür im „Law of Mongolia on Renewable Energy“ feste Vergütungssätze für jede Kilowattstunde aus Wind-, Wasser- und Solaranlagen festgelegt.

Ferrostaal übernimmt größtes Windpark-Projekt der Mongolei

Zukunftsweisend ist das erste neu entwickelte Projekt zur Energieversorgung in der Mongolei seit 30 Jahren. Hierbei handelt es sich um ein Windenergie-Projekt, das bereits an den Start gegangen ist: Im Juni 2013 wurde der Windpark „Salkhit“ ans Stromnetz angeschlossen. Der Windpark liegt etwa 70 km südöstlich der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator und besteht aus 31 Turbinen mit einer Gesamtleistung von 50 MW. Noch größer soll das „Sainshand“-Projekt werden, das eine Gesamtleistung von 52 MW haben wird. Ferrostaal steigt somit in das größte mongolische Windenergie-Projekt ein. Das Projekt „Sainshand“ ist bereits weit entwickelt - die Stromabnahmeverträge und alle örtlichen Genehmigungen liegen vor. Der Windpark soll Ende 2015 ans Netz gehen.


© IWR, 2014