26.02.2014, 16:03 Uhr

Rotorblatt-Herstellung: Saertex, Areva und Uni Bremen gewinnen Award

Bremen – Die Produktion von Rotorblättern für die Windenergie-Industrie gilt als aufwendig und ist in weiten Teilen noch Handarbeit. Insbesondere die faltenfreie Ablage von faserverstärkten Kunststoffbahnen ist mühselig. Eine Innovation aus Deutschland, mit der die diese Arbeiten automatisiert werden sollen, bekommt nun eine Auszeichnung.

Das Institut für integrierte Produktentwicklung (BIK) der Universität Bremen sowie die Unternehmen Saertex und Areva Blades erhalten für ihre Forschungen zur Rotorblatt-Produktion den JEC Innovation Award in der Kategorie Windenergie. Der Preis wird bei einem Festakt im März 2014 in Paris bei der europäischen Leitmesse für Verbundwerkstoffe übergeben.

Bund fördert Forschungsprojekt zur Verbesserung der Rotorblatt-Herstellung

Vor gut drei Jahren startete das Forschungsprojekt „mapretec“: Ein neues System sollte die Produktion von Rotorblättern für Windenergieanlagen verbessern und beschleunigen. Nun BIK im Fachbereich Produktionstechnik der Uni Bremen als Projektleiter sowie die Unternehmen Saertex (Saerbeck) und Areva Blades (Stade) mit dem Award der JEC ausgezeichnet, einem internationalen Verband für die Verbundwerkstoff-Branche. Das Projekt mapretec (Langtitel „Verfahren zur preform-Herstellung durch ebene Ablage für ein räumliches Bauteil als Basis einer automatisierten Prozesskette zur Rotorblattfertigung“) hat zum Ziel, die Produktion von Rotorblättern mithilfe neuer Fertigungssysteme weiter zu automatisieren. Es wird vom Bundesumweltministerium gefördert.

Großflächige Glas- und Kohlefaserlagen faltenfrei drapieren und verarbeiten

Die Rotorblätter insbesondere von Offshore-Windenergieanlagen sind heute in der Regel mehr als 60 Meter lang und bestehen im Wesentlichen aus endlosfaserverstärkten Kunststoffen. Großflächige Glas- und Kohlefaserlagen von bis zu rund 130 Quadratmetern müssen faltenfrei aufeinander geschichtet, in eine Form gebracht und danach mit Kunstharz verbunden werden. Das Drapieren der Gelege geschieht heute noch überwiegend manuell und ist sehr aufwendig.

Automatisierter Zuschnitt, automatisierte Ablage und Preform-Technik

Möglichst schnell und präzise ohne Falten und Verschiebungen müssen die Lagen in die richtige Form gebracht werden. Das soll nun leichter werden: durch eine Kombination von automatisiertem Zuschnitt, automatisierter Ablage der Materialien und der Preform-Technik. Mithilfe der rechnergestützten Entwicklung (computer-aided engineering – CAE) werden Geometrien für die räumlich komplexen Teile definiert. Unterstützt von Sensoren steuern Rechner zunächst den Zuschnitt der Gelege, und danach werden diese auf einer speziellen, neu entwickelten Vorrichtung automatisch in die gewünschte Form gebracht (Preforming). Dieses System hat die JEC-Juroren überzeugt.

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