28.02.2014, 11:27 Uhr

Anti-EEG-Gutachten weiter im Fokus: Unternehmer widersprechen

Münster - Das Gutachten der vom deutschen Bundestag eingesetzten Expertenkommission zum Thema Forschung und Innovation (EFI) sorgt weiter für Aufregung: Neben den Verbänden und dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) melden sich nun auch Branchen-Unternhehmen zu Wort, die die Einschätzung des Gutachtens nicht nachvollziehen können.

In dem EFI-Gutachten wird das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) heftig kritisiert. Auf gerade mal zwei Seiten des insgesamt 260 Seiten umfassenden Berichtes wird auf das EEG eingegangen. Schlussfolgerung: Es gebe keine Rechtfertigung für die Fortführung des EEG. Das EEG mache den Strom teurer, trage aber weder zu mehr Klimaschutz bei noch habe es zu Innovationen geführt, so das schnelle Fazit der Experten.

IBC Solar: Patentanmeldungen keine Zielsetzung des EEG

Udo Möhrstedt, Gründer und Vorstandsvorsitzender der IBC Solar AG, erklärte: „Man muss sich fragen, in welchem Elfenbeinturm diese Experten die vergangenen zehn Jahre verbracht haben. Fakt ist: Die Anzahl der Patentanmeldungen war niemals eine Zielsetzung des EEG. Diese Größe nun als Messlatte für seinen Erfolg heranzuziehen, ist völliger Unsinn!“ Die Ziele des EEG waren laut Möhrstedt immer, die Kosten für Technologien zur Gewinnung erneuerbarer Energie zu senken, Investitionsanreize zu schaffen und so den Anteil von CO2-frei produziertem Grünstrom in Deutschland zu erhöhen. Diese Ziele habe das EEG vollkommen erfüllt. Insbesondere die Solarwirtschaft stehe für technologische Leistungssteigerungen und Kostensenkungen wie keine andere europäische Branche. Dem EEG seinen eigenen Erfolg nun vorzuwerfen, ist für Möhrstedt absurd.

Belctric: Leistung vieler Ingenieure wird diskreditiert

Für den Solarkraftwerks-Spezialisten Belectric sind die Behauptungen des Gutachtens empirisch nicht belegbar. "Nur wenige Branchen haben im letzten Jahrzehnt eine vergleichbare Innovationskraft aufgezeigt wie die Photovoltaik. Deshalb schaden Aussagen wie die der Expertenkommission dem Ansehen der Erneuerbaren Energien und diskreditieren die Leistung der vielen Ingenieure, die ihren Erfolg erst möglich gemacht haben", so Bernhard Beck, Geschäftsführer der Belectric GmbH. Die Expertenkommission liege falsch, wenn sie die Innovationskraft des EEG einzig an der Anzahl der Patentanmeldungen in den verschiedenen Technologiezweigen messe. "Nicht jede Innovation ist patentierbar. Die Patente als Indikator für Innovation heranzuziehen, geht an der Realität vorbei und lässt Zweifel an der Untersuchung aufkommen", erklärte Bernhard Beck.

Der Belectric-Geschäftsführer richtete den Blick nach vorn: "Das im Rahmen der EEG-Novellierung vorgesehene Ausschreibungsmodell für Freiflächen-Solarkraftwerke muss jetzt zügig umgesetzt werden und darf nicht allein niedrige Kosten anvisieren. Innovationen müssen weiterhin angeregt werden, um Netzintegration und Versorgungssicherheit zu optimieren".

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