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06.03.2014, 10:17 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Asse: Die unendliche Geschichte um den Strahlenmüll

Wolfenbüttel / Münster – Die unsichere und undichte Atommülllagerung im maroden Bergwerk Asse bei Wolfenbüttel in Niedersachen wird wohl noch eine ganze Reihe von Umweltministern auf Bundesebene beschäftigen: Seit 2008 ist bekannt, dass dort radioaktiv kontaminierte Salzlauge aufgetreten ist. Zudem dringt Wasser in das ehemalige Salzbergwerk ein. Der Plan der Politiker: Alle 126.000 Atommüll-Fässer sollen wieder aus der Asse herausgeholt werden. Doch das kann dauern.

Wie ihre Vorgänger Peter Altmaier (CDU) oder Norbert Röttgen (CDU) hat nun auch die amtierende Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) dem Zwischenlager Asse einen Besuch abgestattet. Viel Hoffnung auf eine schnelle Rückholung der Atommüllfässer hat sie dabei nicht ausgelöst. Mit der Umsetzung der Rückholung könne nämlich laut Hendricks erst 2033 begonnen werden. Bis dahin wird noch eine Reihe von Nachfolgern die Asse besuchen.

Kleine Beschleunigung durch Lex Asse
Besonders Hendricks-Vorgänger Peter Altmaier hatte sich dafür eingesetzt, die Rückholung der Atommüllfässer zu beschleunigen. Während Experten dieses Rückholungsunterfangen zum Teil für unmöglich halten, hatte Altmaier einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, die schnellere Bergung ermöglichen soll. Das Gesetz zur Beschleunigung der Rückholung radioaktiver Abfälle und der Stilllegung der Schachtanlage Asse II wurde Ende Februar 2013 vom Bundestag verabschiedet. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hatte zuvor vorgesehen, dass die Rückholung erst in 2036 starten könne. Für die Bürger der Region, die sich wegen der undichten Anlage um ihr Grundwasser sorgen, sind dies keine zufriedenstellenden Perspektiven.

Asse und die Kosten: Rückholung soll bis zu vier Milliarden Euro kosten
Die Räumung des Lagers ist nur in technischer Hinsicht eine extreme Herausforderung, sondern wird für den Steuerzahler auch teuer. Die Kosten für die Rückholung des Atommülls werden auf bis zu vier Milliarden Euro geschätzt, doch niemand kann die Kosten genau abschätzen. Das Geld werden vermutlich entweder die Steuerzahler oder die Stromkunden über ihre Stromrechnung bezahlen müssen.

Probebohrungen sollen Infos zur Stabilität der Kammerdecken bringen

Zumindest erklärte Hendricks, dass die Räumung des Lagers aus ihrer Sicht grundsätzlich noch möglich sei. Die Aufgabe sie eine Herausforderung auch noch für die nächste Generation. An dem Bergwerk werden derzeit Probebohrungen durchgeführt. Nach aufwändigen Umbauarbeiten im Arbeitsbereich vor der Einlagerungskammer 7 ist mit einer weiteren Bohrung zur Erkundung des Kammerumfeldes begonnen worden, teilte die Asse-GmbH im Februar 2014 mit. In dem Verfahren sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wie stabil die Kammerdecken sind. Die Daten sind vor allem für die Sicherheit und die Technik der Rückholung von Bedeutung.

Hintergrundinfos: Woher die radioaktiven Abfälle in der Asse kommen
Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz stammt ein Teil aus dem Betrieb kerntechnischer Einrichtungen sowie in geringen Mengen aus der Verwendung von radioaktiven Stoffen in Forschung, Industrie und Medizin. Typische Abfälle sind danach Filter, Schrott, Flüssigkeiten, Schlämme oder Mischabfälle. Der weitaus größte Teil der rund 47.000 Kubikmeter radioaktiver Abfälle stammt aus den Anlagen der heutigen Kernkraftwerksbetreiber E.on, Vattenfall Europe, RWE und EnBW.

Anhand von Unterlagen kann in etwa nachvollzogen werden, wie viele Fässer zwischen 1967 und 1978 aus den Atomkraftwerken in die Asse geliefert wurden. Nimmt man den direkten und indirekten Weg zusammen, ergibt sich, dass bezogen auf das Jahr 1980 mehr als 85 Prozent der in der Asse eingelagerten radioaktiven Gesamtaktivität aus den Anlagen der heutigen Kernkraftwerksbetreiber stammen, so das Bundesamt für Strahlenschutz.


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Asse: Atommüll-Rückholung kostet den Steuerzahler Milliarden
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© IWR, 2014







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