06.03.2014, 11:04 Uhr

Mit Plus Energie wohnen: Neue Labels für Passivhaus

Münster - Die Effizienz des klar definierten Passivhaus-Standards hat sich in der Praxis tausendfach bewährt. Bisher wurde die Energie-Erzeugung mit erneuerbaren Energien dabei nicht berücksichtigt. Das soll sich jetzt mit den neuen Standards ändern.

Um der über den Passivhaus-Standard hinausgehenden Nutzung erneuerbarer Energien eine verlässliche Orientierung zu bieten, führt das Passivhaus Institut nun neue Kategorien ein. Diese berücksichtigen nicht nur den Energiebedarf, sondern auch die Energieerzeugung am Gebäude, etwa durch Photovoltaik.

Ziel: Nearly Zero-Energy Building

Das Passivhaus ist mit dem neuen Standard nicht nur eine attraktive Lösung für die Energiewende, sondern zugleich die Basis für das „Nearly Zero-Energy Building“ der EU-Gebäuderichtlinie, so das Passivhaus-Institut. „An einem Gebäude ein Plus an Energie zu erzeugen, ist in vielen Fällen nicht nur möglich, sondern in höchstem Maße sinnvoll“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Feist, Leiter des Passivhaus Instituts. Bei der Festlegung eines Standards komme es aber auf eine ehrliche Rechnung an. „Wenn ein Gebäude im Sommer einen Überschuss produziert, führt das nicht unbedingt zu einer ausgeglichenen Bilanz. Gerade im Winter, wenn am meisten geheizt wird, ist der Ertrag von Solaranlagen meist gering. Die Rechnung geht daher nur auf, wenn auch der Energiebedarf des Gebäudes gering ist.“

Neue Label: Passivhaus Plus und Passivhaus Premium

Grundlage bleibt daher die Energieeffizienz des Passivhaus-Standards. Zusätzlich wird in den neuen Gebäude-Kategorien die Deckung des verbleibenden Bedarfs über erneuerbare Quellen bewertet. Das Label „Passivhaus Plus“ besagt, dass bei einem Einfamilienhaus in etwa so viel Energie produziert, wie verbraucht wird. Mit dem Siegel „Passivhaus Premium“ wird ein Überschuss an erzeugter Energie bescheinigt.

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