24.03.2014, 08:59 Uhr

Demos gegen Energiewende-Bremse: Zehntausende gehen für Erneuerbare auf die Straße

Berlin - In den Landeshauptstädten Düsseldorf, Hannover, Kiel, Potsdam, München, Mainz und Wiesbaden sind am vergangenen Samstag (22. März 2014) rund 30.000 Menschen gegen ein Ausbremsen der Energiewende auf die Straße gegangen.

Sie kritisierten die Pläne der Bundesregierung, nach denen der Ausbau von erneuerbaren Energien eingeschränkt wird. Mehrere Redner forderten das entschlossene Weiterführen der Energiewende, nur dann werde die Politik dem Willen einer Mehrheit der Bundesbürger und dem Schutz von Umwelt und Klima gerecht.

Bürger demonstrieren in sieben Landeshauptstädten

Besonders engagiert waren die Menschen in Hannover, wo sich etwa 8.000 Bundesbürger für Energie aus Wind und Sonne statt aus Kohle, Fracking und Atom einsetzten. In Düsseldorf, Kiel und München waren es nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) jeweils etwa 5.000 Demonstranten. Weitere 6.000 Menschen sammelten sich insgesamt in Potsdam, Mainz und Wiesbaden und forderten, bestehende und geplante Erneuerbare-Energien-Anlagen nicht durch falsche politische Entscheidungen zu gefährden. Niedersachsen müsse zudem die Atomanlagen in Gorleben sowie das Endlager Asse schließen, ließen die Demonstranten in Hannover verlauten.

Regenerative Energiewirtschaft unterstützt Demonstrationen

Die Demonstrationen in den sieben Landeshauptstädten wurden vom BUND gemeinsam mit der Anti-Atom-Organisation ausgestrahlt, dem Kampagnen-Netzwerk campact und den Naturfreunden Deutschlands sowie zahlreichen regionalen Trägern organisiert. Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie e.V. (BEE) erklärte, dass der der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht von der Bundesregierung zusammengekürzt werde solle. Genau das sei nach dem Gesetzentwurf von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) aber zu befürchten. Falk: „Deshalb unterstützen die Erneuerbaren-Verbände diese Demonstrationen.“

Henning Dettmer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Windenergie (BWE), bekräftigt: „Angesichts der Ankündigung der Bundesregierung, in die Strukturen des EEG einzuschneiden, ist es jetzt an der Zeit, den Protest auf die Straße zu tragen.“

Horst Seide, Präsident des Fachverbandes Biogas, warnt die Bundesregierung davor, das Potenzial der Bioenergie als Systemstabilisator aufs Spiel zu setzen. „Flexibel ausgelegte Biogasanlagen können sehr schnell hoch- und runtergefahren werden. Daher sind die kostengünstige Flexibilisierung des Biogasanlagenbestandes und flexibel ausgelegte Neuanlagen ein wichtiger Baustein zur Umsetzung der Energiewende“, so Seide, der auch einen Bogen zu aktuellen Krim-Krise schlägt: „Darüber hinaus trägt in Deutschland produziertes Biogas zur Erhöhung der Unabhängigkeit von Erdgasimporten bei. Dieser Aspekt sollte vor dem Hintergrund der Krim-Krise wieder stärker berücksichtigt werden."

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, fordert: „Anstatt solare Selbstversorger finanziell zu belasten, müssen die Verursacher des Treibhauseffekts stärker zur Kasse gebeten werden. Es kann nicht sein, dass Solaranlagenbetreiber die Energiewende bezahlen sollen, während der Eigenstrom von Atom- und Kohlekraftwerken von der EEG-Umlage befreit bleibt."

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