04.04.2014, 12:42 Uhr

Deutschlands Kohlekraftwerke sind mit die dreckigsten in Europa

Münster – Kohlekraftwerke in Deutschland gehören hinsichtlich des Ausstoßes von Kohlendioxid (CO2) mit zu den größten Emittenten in ganz Europa. Nach einem Bericht der EU-Kommission haben es fünf deutsche Kraftwerke unter die Top Ten der schmutzigsten Anlagen in Europa geschafft.

Nach den Daten der EU-Kommission werden u.a. die Plätze zwei bis vier in dieser Rangliste von deutschen Kraftwerken belegt. Mehr CO2 hat im Jahr 2013 demnach nur ein polnisches Kraftwerk ausgestoßen. Der Braunkohle-Boom in Deutschland verhilft den Kraftwerken zu hoher Auslastung und damit auch zu hohen CO2-Emissionen.

Größte deutsche Braunkohle-Kraftwerke steigern CO2-Ausstoß

Hinter dem Spitzenreiter aus Polen, der im Jahr 2013 insgesamt 37 Mio. Tonnen CO2 emittiert hat, folgen die beiden RWE-Kraftwerke Neurath (33 Mio. t CO2) und Niederaußem (30 Mio. t CO2) sowie das von Vattenfall betriebene Kraftwerk Jänschwalde (25 Mio. t CO2). Zudem sind mit den Kraftwerken Weisweiler (RWE, 19 Mio. t CO2) und Lippendorf (Vattenfall, 12 Mio. t CO2) zwei weitere Braunkohle-Kraftwerke aus Deutschland unter den zehn größten CO2-Verursachern in Europa zu finden. Weitere Anlagen in diesem Ranking stehen im Vereinigten Königreich sowie in Griechenland und Italien. Die drei schlimmsten deutschen Braunkohlekraftwerke aus Deutschland haben dabei die Emissionen im Jahr 2013 gegenüber dem Vorjahr sogar noch gesteigert. So war die Anlage in Neurath 2012 noch mit rund 31 Mio. t CO2 ausgekommen und hat diese Emissionen 2013 um rund sechs Prozent gesteigert. Auch in 2012 zählten insgesamt fünf deutsche Kohlekraftwerke zu den größten CO2-Schleudern in Europa.

Mehr Kohlestrom als für den Verbrauch in Deutschland notwendig

Insbesondere die Stromproduktion aus Braunkohle und Steinhohle wurde nach den Daten der AG Energiebilanzen im letzten Jahr in Deutschland zu Lasten von Erdgas weiter hochgefahren. So hat die Braunkohleverstromung in Deutschland in 2013 mit 162 Mrd. kWh den höchsten Stand seit 1990 erreicht. Die Flutung des deutschen Marktes mit Kohlestrom treibt nach Einschätzung von IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch den CO2-Ausstoß unnötig um rd. 30 Mio. t in die Höhe. Das enspricht in etwa dem aktuellen Ausstoß des Kraftwerks in Niederaußem. Unnötig, weil dieser Strom gar nicht für den Verbrauch in Deutschland gebraucht wird. Denn parallel erreicht der Stromexport immer neue Rekordwerte. Deutschland hat im Jahr 2013 so viel Strom ins Ausland exportiert wie noch nie.

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