18.07.2014, 14:33 Uhr

Größter Elektro-LKW in Berlin unterwegs

Berlin – Der größte Elektro-LKW, der jemals auf Berlins Straßen unterwegs war, hat seine Jungfernfahrt gestartet. Das Fahrzeug wird von der der Behala Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH betrieben.

Der Elektro-LKW ist im Rahmen des KV-E-Chain Projektes entstanden. Das KV-E-Chain Projekt ist eines von 30 Projekten im internationalen Schaufenster Elektromobilität Berlin-Brandenburg. Für das Schaufensterprogramm hat der Bund vier Regionen ausgewählt, die Fördermittel in der Höhe von insgesamt 180 Mio. erhalten haben. Das KV-E-Chain Projekt wurde mit 870.000 Euro gefördert.

Größter Elektro-LKW rollt

Der Elektro-LKW soll künftig Container mit Waren, die per Zug ankommen, an verschiedene Ziele der Stadt ausliefern. So werden mit diesem Projekt erstmals auch die letzten Kilometer des Transports elektrifiziert, bisher war diese Elektromobilität nur auf der Schiene möglich. "Die Behala bemüht sich als Betreiber des umschlagstärksten Containerterminals in den neuen Bundesländern um eine grüne und nachhaltige Logistik. Der Terberg YT202 EV gibt uns nun die Möglichkeit neue Wege für einen umweltfreundlichen Transport zu erproben", sagte Behala-Geschäftsführer Peter Stäblin. Auch der Staatsekretär Guido Beermann von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung begrüßte das Projekt.

Neue Möglichkeiten für die Forschung

Die Konsortialführerschaft des Projektes liegt bei der technischen Hochschule Wildau. Das neue Fahrzeug bietet die Möglichkeit, den Einsatz so großer Elektrofahrzeuge praktisch zu erforschen und Empfehlungen für zukünftige Entwicklungsprojekte zu formulieren. Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Herbert Sonntag, von der TH Wildau meinte hierzu: "Das Projekt KV-E-Chain ist nicht nur wegen der außergewöhnlichen Größe des eingesetzten E-LKW einmalig: Zum ersten Mal wird eine vollständig elektrifizierte Lieferkette im kombinierten Verkehr mit Vor- und Nachlauf auf der Straße demonstriert. Das Projekt wird so neue Möglichkeiten zur Belieferung von Ballungsgebieten demonstrieren."

Es wird im Rahmen des Projektes auch eine Elektro-Ladestation auf dem Gelände des Westhafens installiert, um einen emissionsfreien Betrieb sicherstellen zu können. Die Tankstelle soll Strom aus Solaranlagen des Projektpartners Berliner Energieagentur (BEA) beziehen. BEA-Geschäftsführer Michael Geißler: "Elektromobilität und Strom aus erneuerbaren Energiequellen ist unmittelbar miteinander verknüpft, weil nur so eine Reduzierung der Kohlendioxidemissionen erreicht werden kann."


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