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12.08.2014, 14:04 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Offshore-Windpark Riffgat läuft im ersten Jahr besser als erwartet

Oldenburg - Seit nunmehr einem Jahr (10. August 2013) steht Riffgat, Deutschlands erster kommerzieller Windpark, in der Nordsee. Windstrom liefern die 30 Offshore-Windenergieanlagen allerdings erst seit Februar 2014. Deshalb hatte es im Vorfeld der Inbetriebnahme viel Wirbel um den Windpark gegeben.

Grund für die verspätete Inbetriebnahme waren Verzögerungen beim Netzanschluss durch TenneT. Um Korrosionsschäden an den Anlagen zu verhindern, wurden die Turbinen bis zur offiziellen Inbetriebnahme zeitweise mit Dieselaggregaten betrieben.

Stromproduktion über den Prognosen
Trotz dieser Startschwierigkeiten fällt die Jahresbilanz bei dem für das Projekt verantwortlichen regionalen Energieunternehmen EWE (Oldenburg) positiv aus. Obwohl Riffgat erst seit dem Frühjahr ins Stromnetz einspeise, deckten allein die bis Ende Juni gelieferten 140 Mio. Kilowattstunden den Jahresstrombedarf von 40.000 Haushalten – das liege deutlich über den Erwartungen, so Irina Lucke, Geschäftsführerin der EWE Offshore Service & Solutions GmbH und Projektleiterin bei Riffgat.

Munitionsaltlasten verzögern Inbetriebnahme
TenneT hatte vor der Erstellung des Netzanschlusses fast 30 Tonnen Munition bergen und zu einem hohen Millionenbetrag entsorgen lassen. Nach eigenen Angaben hatte TenneT 2011 die vom Betreiber des Windparks Riffgat geplante Trasse ohne Änderungsmöglichkeit übernehmen müssen. Entgegen der ersten Untersuchung habe sich bei einer zweiten von TenneT beauftragten Untersuchung dann gezeigt, dass die Seekabeltrasse deutlich mehr Muntionsaltlasten aufweise als zunächst angenommen. EWE sieht die Gründe für die Verzögerung der Inbetriebnahme bei Tennet und stuft die erhobenen Vorwürfe als falsch ein. Demnach wurde die Kabeltrasse für die Netzanbindung von Riffgat vor Jahren von der zuständigen Landesbehörde unter Prüfung zahlreicher Belange und Kriterien festgelegt. Die Belastung mit Munitionsaltlasten sei bekannt gewesen. TenneT müsse sich daher fragen lassen, warum so spät mit den Arbeiten begonnen wurde, so EWE.

Ökologische Begleitforschung – Zweite Chance für den Helgoland Hummer
Als eines der ersten deutschen Offshore-Projekte hat Riffgat nicht nur Bedeutung für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland. Wichtig ist Riffgat darüber hinaus auch im Rahmen der den Betrieb begleitenden ökologischen Forschung. Offshore-Windparks können auch als attraktives Rückzugsgebiet für Meerestiere dienen. Kürzlich wurden deshalb 3.000 Helgoländer Hummer an vier Windenergieanlagen angesiedelt, um den neuen Lebensraum für die Tiere an den für den Kolkschutz der Anlagen installierten Steinen zu untersuchen. Die Bestände des Helgoland Hummers sind nach dem zweiten Weltkrieg stark zurückgegangen. Die Offshore-Windenergieanlagen könnten dem Hummer nunmehr zu einem zweiten Frühling verhelfen.

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© IWR, 2014







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