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21.08.2014, 15:15 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Erneuerbare Energien in Afrika auf dem Vormarsch

London / New York – Nicht nur die Energieerzeugung aus Solarkraftwerken boomt in Afrika, auch die Onshore-Windenergie und Geothermie-Kraftwerke weisen ein deutliches Wachstum auf. Allein in diesem Jahr könnten südlich der Sahara mehr neue Kapazitäten in Betrieb gehen, als im gesamten Zeitraum von 2000 – 2013.

Insgesamt erwartet der Finanz- und Informationsdienstleister Bloomberg in diesem Jahr einen Zubau regenerativer Erzeugungskapazitäten in der Region in einer Größenordnung von 1.800 MW.

Entwicklung zu einem attraktiven Markt
Die afrikanischen Länder südlich der Sahara entwickeln sich immer mehr zu attraktiven Märkten für erneuerbare Energietechnologien. Neben Utility-Scale-Solarkraftwerken werden auch Onshore-Windenergieanlagen und geothermische Kraftwerke unter Investoren immer beliebter. Das zeigt auch eine aktuelle Bloobmerg-Analyse. Noch in diesem Jahr sollen in der Region neue Kapazitäten auf der Basis von regenerativen Energien mit rund 1.800 MW Leistung installiert werden. Der Anteil im weltweiten Vergleich ist momentan damit noch sehr gering, aber die Vorzeichen für die nächsten Jahre deuten auf ein weiteres Wachstum hin.
Zwar seien in der Region Sub-Sahara-Afrika auch in den vergangenen Jahren regenerative Projekte realisiert worden. Dabei habe es sich aber eher um Einzelprojekte gehandelt. Was jetzt anders sei, ist die Breite der Investitionstätigkeiten. Es gebe ein großes Interesse in vielen Ländern für die energetische Nutzung von Wind, über Sonne bis hin zu Erdwärme und das Potenzial für weiteres Wachstum, so Bloomberg-Analystin Victoria Cuming.

Erneuerbare-Energien-Investitionen 2014: fast 6 Milliarden US-Dollar
Das steigende Bedürfnis der lokalen Bevölkerung nach Energie sowie die Kostendegression spielen den erneuerbaren Energien dabei in die Karten. Insbesondere im Vergleich zu Diesel-Generatoren, aber auch zu Kohle- und Gaskraftwerken stellt die regenerative Energiegewinnung mittlerweile eine wirtschaftliche Alternative dar. Bloomberg prognostiziert, dass die Investitionen in EE-Technik, exklusive großer Wasserkraftwerke, in Afrika südlich der Sahara in diesem Jahr rund 5,9 Mrd. US-Dollar (entsprechend rund 4,5 Mrd. Euro) betragen werden. Im Jahr 2016 sollen sogar bis zu 7,7 Mrd. US-Dollar (rd. 5,8 Mrd. Euro) investiert werden. In dem Zeitraum von 2006 bis 2011 wurde hingegen deutlich weniger investiert, im Durchschnitt etwa nur 1 Mrd. US-Dollar (750 Millionen Euro) im Jahr.
Bis 2016 soll die Kapazität nach der Bloomberg-Studie um rund 3.900 MW in der südlichen Sahara-Region erweitert werden. Das größte Potenzial haben derzeit die Windenergie, Photovoltaik sowie die Geothermie. Kenia wird beispielsweise innerhalb von zwei Jahren rund 1.400 MW neue Kapazitäten vor allem in den Sektoren Erdwärme und Wind installieren; Äthiopien fast 570 MW, davon hauptsächlich Windenergie. Einige andere Länder wie Nigeria wollen sich ebenfalls Ziele im erneuerbaren Energiesektor setzen. Allerdings konnten die Gesetzesvorschläge bislang nicht in Kraft gesetzt oder realisiert werden. Die instabile politische Lage gibt den potenziellen Anlegern keine ausreichende Sicherheit für große Investitionen.

Südafrika: Ausschreibungsprogramm soll Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen
Auch in Südafrika stehen die Zeichen auf Wachstum. Gestützt durch ein Ausschreibungsprogramm für private Erzeuger sollen eine Vielzahl von Projekten realisiert werden. Bis 2030 soll sich der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix deutlich erhöhen. Südafrika will bis 2030 etwa 40.000 MW neue Erzeugungskapazität installieren, wobei die erneuerbaren Energien mit 17.800 MW einen Anteil von rund 44 Prozent erhalten sollen. Die regenerativen Quellen sollen damit massiv ausgebaut werden, nachdem bis 2012 lediglich vier Wasserkraft- sowie eine Windenergieanlage am Netz waren.

IWR-Online hat in jüngster Zeit bereits mehrfach über die zunehmenden EE-Aktivitäten in Südafrika berichtet. So hatte SMA kürzlich bekannt gegeben, dass im Zuge der Erschließung neuer Märkte in Südafrika eine eigene Wechselrichterfertigung in Betrieb genommen wurde. Zudem haben Jinkosolar und Suntech über die Expansion in Südafrika und die Errichtung von neuen Produktionsstätten berichtet. Auch der deutsche Projektentwickler juwi ist auf dem südafrikanischen Markt aktiv und treibt dort PV-Großprojekte voran. Unterstützung beim Aufbau regenerativer Erzeugungskapazitäten kommt auch von der Europäischen Investitionsbank (EIB), die jetzt die Zusage für die weitere Finanzierung von zwei CSP-Projekten in der südafrikanischen Provinz Nordkap erteilt hat.

Weitere Meldungen und Infos zum Thema:
Neue Fabrik in Südafrika: JinkoSolar stockt Kapazitäten auf
Südafrika: Europäische Investitionsbank finanziert CSP-Projekte
Weitere internationale EE-Nachrichten
Aktuelle Veranstaltungen aus der Energiewirtschaft
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