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08.10.2014, 09:47 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Dena: Stromspeicher werden dringend benötigt

Berlin – Die Bedeutung der Stromspeicher für das Gelingen der Energiewende sorgt weiter für Diskussionsstoff. Nachdem Agora Energiewende Mitte September erklärt hatte, dass Deutschland für die Energiewende in den nächsten 20 Jahren nicht auf zusätzliche Speicher angewiesen ist, hat sich nun die Deutsche Energieagentur zu Wort gemeldet. Das dena-Fazit lautet: Stromspeicher sind für die Energiewende unverzichtbar.

Nach einer neuen Studie der Deutschen Energie Agentur (dena) sind Stromspeicher unabdingbar, um die Energiewende weiter voranzutreiben. Dena-Chef Stephan Kohler: "Wer etwas anderes behauptet, schadet der Energiewende."

Studien blenden Probleme aus
Wie die dena in ihrer Studie feststellt, würden in Studien, die eine Notwendigkeit von Stromspeichern nicht sehen, bestimmte Probleme nicht berücksichtigt. Hierzu zählen die Verzögerung beim Netzausbau oder Probleme bei der Etablierung eines europäischen Strombinnenmarktes. Beide Hemmnisse seien jedoch bereits jetzt ersichtlich.

Stromspeicher sind unverzichtbar
„Stromspeicher sind unverzichtbar für die Energiewende“, betont Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Wer etwas anderes behauptet, schadet der Energiewende und setzt letztendlich die Versorgungssicherheit in Deutschland aufs Spiel. Was oft ausgeblendet wird: Unsere Stromversorgung basiert derzeit zu 80 Prozent auf gespeicherten oder speicherbaren Energieträgern wie Erdgas, Kohle und Biomasse. Wenn wir diese Energieträger weniger nutzen, müssen wir die neuen Energiequellen Wind und Sonne mit Speichern verbinden. Bis zum Jahr 2025 sollen Photovoltaik- und Windkraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 130.000 Megawatt in Deutschland bereitstehen. Wenn die Sonne scheint und der Wind weht, wird die volle Leistung ins Netz gehen. Ohne zusätzliche Speicher verscherbeln wir die mit Förderung durch deutsche Stromverbraucher subventionierte Stromproduktion aus erneuerbaren Energien zu Niedrigstpreisen ins europäische Ausland. Wir sollten nicht denselben Fehler machen wie beim Netzausbau. Auch hier haben wir zu lange gewartet und hinken jetzt den Entwicklungen hinterher.“

Flexibilität ist nicht alles
Stromspeicher würden vielfach nur im Hinblick auf Flexibilität als notwendig angesehen, um die steigenden Anteile an fluktuierenden Stromerzeugnissen aus Wind und Sonne entsprechend einzuspeisen, heißt es in der Mitteilung der dena. Alternative Studien würden von unrealistischen Entwicklungen, wie alternative Flexibilitätsoptionen wie zum Beispiel Lastmanagement ausgehen. „In welchem Umfang sich in Deutschland ein Markt für Lastmanagement entwickeln wird und zu welchen Kosten, lässt sich im Moment kaum abschätzen“, erklärt Kohler hierzu. „Außerdem dürfen wir uns nicht auf die Frage der Flexibilität beschränken. Speicher können mehr als das und deshalb brauchen wir sie umso mehr.“

Neben der Flexibilität bieten Stromspeicher auch Speicherkapazitäten und kurzfristig verfügbare gesicherte Leistung, so die dena. Zudem können Pumpspeicher das Netz bei Engpässen entlasten und tragen dazu bei, die Stromversorgung nach einer Störung wieder aufzubauen, da sie auch ohne externe Stromversorgung anfahren können. Im Energiewirtschaftsgesetz würden bestehende Pumpspeicher allerdings trotzdem wirtschaftlich benachteiligt, weil sie als sogenannte Letztverbraucher eingestuft werden, obwohl sie den Strom nur vorübergehend entnehmen und ihn später wieder in das Netz zurückspeisen.

Grüne Strom-Eigenschaft durch Speicherung erhalten
Wie im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt, wird der von erneuerbaren Energieträgern hergestellte Strom am Spotmarkt als Graustrom verkauft und verliert somit seine Eigenschaft als Ökostrom. Würde der Strom aus erneuerbaren Energiequellen jedoch vorerst gespeichert, könnte er als Grünstrom vermarktet werden. Des Weiteren können aus gespeichertem grünem Strom weitere Energieträger erzeugt werden, wie zum Beispiel Wasserstoff oder Methan. Dadurch wäre es möglich, den grünen Strom auch auf die Verbrauchssektoren wie Mobilität oder Wärme zu übertragen, so die dena.

Investitionen in die richtigen Projekte
„Natürlich wird der Ausbau von Speichern auch Geld kosten, wie so vieles in der Energiewende“, betont Kohler. „Aber aus Angst vor eine Kostendebatte dürfen wir das Thema nicht vernachlässigen. Wir brauchen Speicher, um unsere energiepolitischen Ziele zu erreichen. Die Investitionen dienen also dem richtigen Zweck. Das müssen wir jetzt offen und ehrlich ansprechen, sonst gefährden wir auf Dauer die gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende.“

Auch im Rahmen einer aktuellen Umfrage von IWR Online unter den Unternehmen der Regenerativen Energiewirtschaft hat sich herausgestellt, dass dem Einsatz von Speichern eine hohe Bedeutung eingeräumt wird. Rund 80 Prozent der befragten Firmen findet dezentrale Stromspeicher für die Energiewende sehr wichtig oder zumindest wichtig.

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Energiewende: Warum Deutschland plötzlich keine Speicher mehr braucht
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© IWR, 2014







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