06.11.2014, 10:56 Uhr

EEG-Umlagekonto: Milliarden-Plus steigt im Oktober weiter

Münster - Die Milliarden-Überschüsse auf dem Konto nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind im Oktober 2014 wieder angeschwollen. Das Plus beträgt inzwischen wieder mehr als 1,6 Milliarden Euro. Und bis zum Jahresende wird es voraussichtlich noch weiter ansteigen.

Typischerweise fließen in den Sommermonaten Mittel ab und senken den Stand im EEG-Umlagekonto. Doch in diesem Jahre war das nur in den Monaten Juni, Juli sowie im September der Fall. Grund waren Verschiebungen bei den Zahlungen der Managementprämie durch den Netzbetreiber Tennet. Diese Zahlungen hatten sich teilweise vom August in den September 2014 verschoben mit der Folge, dass auch im August ein Monatsplus erzielt wurde. Doch nun folgt das Konto wieder dem typischen Jahresverlauf. Das IWR-Institut rechnet mit einem weiter ansteigenden Plus bis zum Ende des Jahres 2014 und darüber hinaus bis zum Frühjahr 2015.

Weniger EEG-Strom im September

Die Überschüsse auf dem EEG-Umlagekonto belaufen sich Ende Oktober 2014 auf 1,62 Mrd. Euro (Vormonat Sep.: 1,38 Mrd. Euro). Im Monat Oktober 2014 haben sich zwar die Einnahmen gegenüber dem Vormonat insgesamt um etwa 16 Prozent auf 1,90 Mrd. Euro vermindert (Sep. 2014: 2,27 Mrd. Euro), doch noch deutlicher sind die Ausgaben gesunken. Die gesamten Ausgaben betragen im Monat Oktober 1,66 Mrd. Euro. Das sind gut 30 Prozent weniger als im Vormonat (Sep. 2014: 2,40 Mrd. Euro). Auf der Ausgabenseite sind im abgelaufenen Monat vor allem die Vergütungszahlungen an die Betreiber regenerativer Anlagen auf 1,64 Mrd. Euro zurückgegangen (Sep 2014: 1,95 Mrd. Euro). Dies hängt mit der relativ geringen Stromerzeugung aus regenerativen Energien im Monat September zusammen, denn im Oktober wird die EEG-Stromerzeugung des Vormonats abgerechnet.

Branche überzeugt: Politik hat bei der Festlegung der EEG-Umlage Finger im Spiel

Auch aufgrund des aktuellen Milliarden-Polsters im EEG-Umlagekonto ist im Oktober die EEG-Umlage je Kilowattstunde für das kommende Jahr von derzeit 6,24 Cent minimal auf 6,17 Cent gesenkt worden. Verschiedene Akteure hatten im Vorfeld der Bekanntgabe mit einer noch deutlicheren Senkung der EEG-Umlage gerechnet. Der Vorwurf wurde laut, dass Wirtschaftsminister Gabriel sich mit der Milliardenreserve auf dem EEG-Konto einen Puffer bis 2017, also dem Ende der jetzigen Legislaturperiode, schaffen will. Eigentlich wäre demnach eine so hohe Reserve gar nicht notwendig. Auch die Branche der erneuerbaren Energie glaubt an eine politische Einflussnahme. Bei einer Blitz-Umfrage von IWR Online unter den Firmen der Regenerativen Energiewirtschaft gehen rund 83 Prozent der Befragten davon aus, dass die Höhe der EEG-Umlage politisch motiviert ist.

IWR-Institut prognostiziert weiteren Anstieg im EEG-Konto

Bis zum Jahresende könnte der Puffer noch weiter ansteigen, da in den kommenden Wintermonaten deutlich weniger Solarstrom eingespeist wird. Gleichzeitig steigen die Vermarktungserlöse für den EEG-Strom am Spotmarkt. Das IWR-Institut erwartet daher bis Ende des Jahres einen weiteren Anstieg der Überschüsse.

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