23.01.2015, 15:21 Uhr

Stromnetze: Thüringer Strombrücke kann gebaut werden

Berlin – Für den Bau der Stromleitung „Thüringer Strombrücke“ ist der Weg nun frei. Der Planfeststellungsbeschluss für die Südwest-Kuppelleitung in Thüringen liegt vor. Der Stromnetz-Lückenschluss soll jetzt mit Hochdruck erfolgen.

Das Landesverwaltungsamt in Weimar fertigte den Beschluss für den 3. Abschnitt der "Thüringer Strombrücke" mit Datum vom 21.01.2015 aus und übergab diesen heute an 50Hertz. Damit ist der Weg für die Umsetzung frei. Die Südwest-Kuppelleitung gilt nach Angaben von 50Hertz als das drängendste aller laufenden Vorhaben beim Ausbau des Höchstspannungsnetzes in Deutschland.

Lückenschluss beim Stromnetz zwischen Sachsen-Anhalt und Bayern

Mit dem vorliegenden Planfeststellungsbeschluss für den letzten Bauabschnitt in Thüringen und dem bereits gestern erteilten Planfeststellungsbeschluss für das bayerische Teilstück bis Redwitz haben die Netzbetreiber TenneT und 50Hertz eine letzte wesentliche Voraussetzung erhalten, um den Lückenschluss der Südwest-Kuppelleitung zwischen Sachsen-Anhalt über Thüringen nach Bayern zu realisieren. Mit der Abschaltung des Kernkraftwerkes Grafenrheinfeld in diesem Jahr entsteht im Norden Bayerns ein zusätzlicher Importbedarf von Strom, so der Netzbetreiber 50Hertz.

Kuppelleitung sorgt nicht nur für erneuerbaren Strom im Süden

Die Südwest-Kuppelleitung wird dafür sorgen, dass dieser Bedarf auch - aber nicht nur - mit Strom aus erneuerbaren Energien aus dem Nordosten Deutschlands gedeckt wird. Die bisher einzige Verbindungsleitung zwischen Thüringen und Bayern, die Leitung Remptendorf – Redwitz, kann aber so künftig entlastet werden.

Ausbau der Stromnetze mit Hochdruck

Der Netzbetreiber 50Hertz will den Bau der letzten ca. 26 Kilometer in Thüringen mit Hochdruck vorantreiben. Bereits in wenigen Tagen sollen die ersten Baustellen eingerichtet werden. Derzeit berät sich 50Hertz mit den Städten und Gemeinden entlang des Trassenverlaufs zwischen Altenfeld und Schalkau über die nächsten Schritte und den geplanten Ablauf der Arbeiten. Die verbleibenden rund 30 Kilometer von der thüringischen Landesgrenze bis zum Umspannwerk Redwitz bei Kronach werden vom Netzbetreiber Tennet errichtet. Tennet und 50Hertz stimmen sich bei der Umsetzung gegenseitig ab.

Über die Südwest-Kuppelleitung

Die Südwest-Kuppelleitung ist eine 380-kV-Freileitung und wesentlicher Teil der im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) definierten Vorhaben. Sie wird von 50Hertz zwischen Bad Lauchstädt (Sachsen-Anhalt) und der Thüringer Landesgrenze nach Bayern in drei Bauabschnitten errichtet. Für die 210 Kilometer lange Höchstspannungsleitung plant 50Hertz Investitionen von mehr als 250 Millionen Euro. Sie dient dem überregionalen Stromtransport von Norden nach Süden, von den östlichen zu den südwestlichen Bundesländern. Damit ist sie sowohl regional, national, aber auch europäisch von großer Bedeutung. Der erste Bauabschnitt zwischen Bad Lauchstädt und Erfurt ist bereits seit Ende 2008 in Betrieb. Der zweite Abschnitt von Erfurt bis Altenfeld ist derzeit im Bau und wird in den kommenden Monaten in Abhängigkeit der Witterungsbedingungen fertig gestellt.

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