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13.03.2015, 14:4 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Plusenergiehaus war gestern – nun kommt das „Nexushaus“

München – Häuser, die mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen, sind schon in der Gegenwart des Häuserbaus angekommen. Jetzt wollen Studenten der Technischen Universität München die Hausenergie-Bilanz noch weiter verbessern.

Studierende der Technischen Universität München (TUM) und der University of Texas at Austin (UTA) entwerfen und bauen ein Plusenergiehaus, das fast vollständig aus nachhaltigen Materialien besteht und Wasser effizient aufbereitet. Mit dem „Nexushaus“ treten sie als einziges Team mit deutscher Beteiligung im renommierten US-Wettbewerb Solar Decathlon 2015 an. Nun finden in Austin erste Bauarbeiten und Tests an dem Haus statt.

Für bezahlbaren Wohnraum
Bezahlbarer Wohnraum wird in Ballungsgebieten immer knapper, insbesondere für Singles, Familien oder Wenigverdiener. Studierende der TUM und der UTA wollen dem mit einem günstigen und autarken Wohnhaus entgegenwirken.
Das Nexushaus verbindet erneuerbare Energien, Aufbereitung von Trink- und Regenwasser sowie nachhaltige Rohstoffe. Es ist als eingeschossiger Pavillon konzipiert: Wohn- und Schlafbereich sind eigenständige Einheiten und modular nebeneinander angeordnet.

Photovoltaik und Speicher für Strom und Wärme
Über Photovoltaikmodule auf dem Flachdach gewinnt das Nexushaus so viel Strom, wie seine Bewohner für Beleuchtung, Haushaltsgeräte und ein Elektrofahrzeug benötigen. Für die Klimatisierung wird ebenfalls Solarstrom verwendet. Damit wird in Kombination mit einer Kältemaschine bzw. Wärmepumpe der Wasserkreislauf gekühlt bzw. erwärmt. Ein integriertes thermisches Speichersystem verschiebt die Kühlung aus den Spitzenzeiten in die Nachtstunden mit weniger Bedarf.

Regen- wird zu Trinkwasser
Dafür wird Regenwasser in großen Speichertanks gesammelt und mithilfe eines Filtersystems auf Trinkwasserqualität aufbereitet. Für die Bewässerung des Gartens wird das Wasser aus Waschmaschine, Waschbecken und Dusche genutzt. Zudem wird in einem Aquaponiksystem das Kondensatwasser der Klimageräte aufbereitet: Das Wasser dient dabei zur Bewässerung von Nutzpflanzen. Speisefische liefern durch ihre Fäkalien die Nährstoffe für das angebaute Obst und Gemüse. Die Pflanzen filtern wiederum das Wasser und erhalten so den Lebensraum der Fische.

komplett recyclebar Es kommen größtenteils schadstofffreie Komponenten zum Einsatz, die vorwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen oder nach Möglichkeit sortenrein in ihre Einzelbausteine zerlegt werden können, um das Recycling zu erleichtern. Die Fassade besteht nahezu vollständig aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz, im Bad kommen cradle-to-cradle-zertifizierte Keramikfliesen zum Einsatz.

Solar Decathlon
Seit Anfang März führen die Nachwuchsarchitekten in Austin erste Bauarbeiten am Nexushaus durch. Bis zum Sommer errichten sie die Wohn- und Schlafmodule und testen die Energie- und Wasserversorgung. Anschließend wird das Haus nach Irvine, Kalifornien, transportiert. Dort findet ab dem 8. Oktober 2015 das Solar Decathlon-Finale statt. Der Solar Decathlon ist ein zweijährlich stattfindender Wettbewerb, der vom Energieministerium der Vereinigten Staaten (U.S. Department of Energy, DoE) organisiert wird. Er stellt Hochschulteams vor die Herausforderung, kostengünstige, energieeffiziente und innovative Solarhäuser mit einer Größe von ca. 90 m² zu entwerfen, zu bauen und zu betreiben. 20 Hochschulteams wurden ausgewählt, am Solar Decathlon 2015 teilzunehmen. Der Wettbewerb findet im Oktober 2015 im Orange County Great Park in Irvine, Kalifornien, statt. Während der Wettbewerbswoche sammeln die Teams in 10 Wettkämpfen Punkte, die entweder durch eine Jury vergeben oder gemessen werden, und die die Energiebilanz, Nutzbarkeit und Wirtschaftlichkeit beurteilen.

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