06.07.2015, 11:39 Uhr

Die neuen Aufgaben der dena

Berlin – Seit Juli 2015 ist der Diplom-Physiker Andreas Kuhlmann Vorsitzender der deutschen Energieagentur (dena) und tritt damit die Nachfolge des langjährigen dena-Chefs Stephan Kohler an. Mit dieser Personalie ist aber auch inhaltlich von neuen Aufgaben der dena im Rahmen der "2. Phase der Energiewende" die Rede. Wie sehen diese Aufgaben aus?

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat sich zur Zukunft der dena geäußert. Er glaubt, dass die Agentur gebraucht wird, "heute vielleicht noch mehr als je zuvor". In Zukunft sollen demnach vor allem vier Schwerpunkte im Vordergrund stehen. Das spezifische Thema Stromnetze und deren Ausbau, zu dem sich die dena unter Kohler immer wieder auch geäußert hatte, wird dabei nicht explizit genannt.

dena: Partner der Industrie und gleichzeitig neutraler Berater der Bundesregierung

Der neue dena-Chef Kuhlmann selbst bezeichnete seine Institution als eine "Agentur für angewandte Energiewende". Zudem benannte Kuhlmann die zukünftigen Schwerpunkte der inzwischen 15 Jahre alten Agentur: "Die dena werde sich inhaltlich auf "Energieeffizienz und systemische Fragen der Energiewende fokussieren und den Stakeholder-Dialog mit Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft intensivieren." Gabriel nennt als vierten Punkt, dass die dena zukünftig noch stärker als Botschafter der Energiewende im In-und Ausland auftreten solle. Gabriel weiter: "Das Wirtschaftsministerium hat ein großes Interesse daran, dass die dena auch weiterhin mit der Industrie zusammenarbeitet und gleichzeitig neutraler Berater für die Bundesregierung ist. Davon profitieren beide Seiten und am Ende vor allem das Gesamtprojekt."

Netzausbau nicht ausdrücklich zum dena-Schwerpunkt erklärt

In Sachen Energieeffizienz habe die Regierung laut Gabriel mit dem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) eine "gute Grundlage gelegt", jetzt brauche aber "endlich mehr Schwung bei dem Thema". Unter dem zweiten Punkt, die systemischen Fragen der Energiewende, könnten auch Aspekte des Netzausbaus gefasst werden, dennoch wird dieser Teilbereich nicht ausdrücklich erwähnt.

Die dena bestätigte auf Nachfrage von IWR Online, dass der Stromnetzausbau für zu den systemischen Fragen. Eine beabsichtigte Abkehr von diesem für die Energiende wichtoigen Thema könne nicht bestätigt werden.

Gabriel erklärte: "Intelligente Energiesysteme, die Integration der erneuerbaren Energien und auch die Digitalisierung der Energiewirtschaft werden immer wichtiger und erfordern ein ganz neues Denken – von den Smart Grids bis zur Elektromobilität." Zudem sieht der Minister die dena im In- und Ausland als Vermittler und Botschafter der Energiewende. Das soll in Zukunft noch stärker der Fall sein als bisher. Es sei gut für die Energiewende und vor allem auch für die vielen Unternehmen, die für dieses Projekt "ganz hervorragende Produkte“ entwickelt haben. Beim letzten Schwerpunkt, dem „Stakeholder-Dialog mit Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft“ bleibe die dena eine tragende Säule. Die enormen Kompetenzen sollen hier ebenfalls weiter ausgebaut werden. „So wie sich die Energiewende immer wieder verändert, so müssen es auch deren Akteure. Das gilt also auch für die dena, die dabei auf den guten Erfolgen der Vergangenheit solide aufbauen kann“, erklärte Gabriel.

Quelle: IWR Online

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