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13.08.2015, 14:43 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Effizienzlabel für alte Heizungen sollen 2016 kommen

Berlin – Die Bundesregierung hat beschlossen, ab 2016 ein Energieeffizienzlabel für alte Heizungsanlagen einzuführen. Mit dem Label sollen die Verbraucher über den Effizienzstatus ihrer Kessel informiert und so möglicherweise auch dazu motiviert werden, alte und ineffiziente Anlagen zu erneuern. Die regenerative Energiebranche ist damit weitgehend einverstanden.

Ab 2016 soll das Energieeffizienzlabel für Heizungsanlagen, die älter als 15 Jahre sind, eingeführt werden. Heizungsinstallateure, Schornsteinfeger sowie Energieberater sind dann gemäß Energieeinsparverordnung berechtigt, ein Etikett auf die alten Heizanlagen anzubringen. Im darauffolgenden Jahr soll das Label dann verpflichtend werden. Anlagen, die bis dato kein Etikett vorweisen, werden von einem Bezirksschornsteinfeger nachetikettiert. Mit der Einführung erhofft sich die Bundesregierung eine erhöhte Austauschrate bei Heizgeräten herbeizuführen.

Gesetzesentwurf wurde beschlossen
Am 12. August hat die Bundesregierung beschlossen, die "nationalen Effizienzlabels für Heizungsaltanlagen" ab dem Jahr 2016 einzuführen. Aus dem Gesetzentwurf geht hervor, dass energieeffiziente Heizungsanlagen zur Effizienzklasse A gehören sollen. Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung oder erneuerbaren Energien sollen sogar die Energieeffizienzklasse von A+++ erreichen. Grundlage für das nationale Effizienzlabel stellt das Recht der Europäischen Union (EU) dar. Für den Zeitraum von 2017 bis 2023 schätzt der Bund die anfallenden Kosten durch die Einführung der Effizienzlabels und die kostenlos angebotene Beratung durch bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger auf über 60 Millionen Euro ein.

Anreize für den Austausch alter Heizungsanlagen schaffen
Die Heizungsanlagen in Deutschland sind alt. 17,6 Jahre beträgt das durchschnittliche Alter der Anlagen, wobei 36 Prozent sogar älter als 20 Jahre sind, teilt das Bundeswirtschaftsministerium mit. Im derzeitigen Zustand würden die ineffizienten Heizungsanlagen nur die unteren Effizienzklassen C bis E erreichen. Neben der Anbringung des Effizienzlabels, der den Verbrauchern einen Überblick über den Zustand ihrer Heizanlagen verschaffen soll, werden auch kostenlose Heizungsüberprüfungen sowie Energieberatungen angeboten. Zudem sollen die Verbraucher verstärkt auf Förderprogramme informiert werden, beispielsweise das Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zum energieeffizienten Bauen und Sanieren mit zinsgünstigen Krediten und Zuschüssen. Ziel ist es dabei, die jetzige jährliche Austauschrate von 3 Prozent auf 3,7 Prozent zu erhöhen. Laut dem Gesetzesentwurf soll durch den Austausch alter Heizungsgeräte durch effizientere Heizungsanlagen, der Einsatz fossiler Energieträger reduziert und zugleich der Einsatz der erneuerbaren Energien verstärkt werden. Der Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel betont dabei: „Im Gebäudebereich werden knapp 40 Prozent der gesamten Energie in Deutschland verbraucht. Der größte Einzelbeitrag entfällt dabei auf die Beheizung. Entsprechend groß ist hier daher das technische und wirtschaftliche Potential zur Steigerung der Energieeffizienz und damit zur Energieeinsparung."

Effizienzlabel als entscheidender Schritt für den Klimaschutz
Der Bundesverband Erneuerbare Energien e.V. (BEE) sieht die Einführung der Effizienzlabels als durchaus positiv an, vor allem im Hinblick auf den Klimaschutz. BEE-Geschäftsführer Dr. Hermann Falk betont, dass durch ein Effizienzlabel die Bereitschaft der Verbraucher im Hinblick auf den Umstieg auf erneuerbare Energien verstärkt wird. Um jedoch einen schnelleren Umtausch der alten Heizungsanlagen herbeizuführen, muss das gesamte Heizungssystem näher betrachtet werden. „Der Durchbruch für die Wärmewende gelingt nur, wenn wir die Heizungsanlage insgesamt, die Energieträger, das Gebäude und die Wärmeversorgung im Quartier ins Visier nehmen“, so Falk.
Die geschäftsführende Vizepräsidentin Birgit Arnold des Verbands für Wärmelieferung e.V. (VfW) hat sich im Vorfeld schon zu der Einführung des Effizienzlabels geäußert. Arnold zweifelte daran, dass alleine ein Label die Verbraucher zu einer Erneuerung der Heizungsanlagen veranlassen wird. Vielmehr sei die ausführliche Beratung mit Empfehlungen wichtig, aus der die Kosten und zusätzliche Maßnahmen rund um die Erneuerung der Heizanlagen deutlich werden.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2015

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