12.11.2015, 10:00 Uhr

Power-to-Gas-Anlage von Thüga gewinnt VKU-Sonderpreis

München/Berlin - Der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) hat den Machern der Strom-zu-Gas-Anlage der Thüga-Gruppe den Sonderpreis für Kooperation verliehen. Die Jury hat besonders den zukunftsweisenden Charakter der Anlage gewürdigt. Insgesamt wurden sechs Projekte mit dem VKU-Innovationspreis 2015 ausgezeichnet.

Den Sonderpreis für Kooperation erhalten insgesamt 13 kommunale Partnerunternehmen der Thüga-Gruppe für ihr Engagement im Bereich Strom-zu-Gas bzw. Power-to-Gas. In dem Projekt zeigen sie, wie mit Hilfe einer Demonstrationsanlage die Einspeisung von in Wasserstoff umgewandeltem Strom in ein Erdgasverteilnetz gelingt. Neben dem zukunftsweisenden Charakter der Strom-zu-Gas-Demonstrationsplattform wurde auch die Vorbildfunktion für die Energiebranche gewürdigt.

Erfolgreiche Einbindung der Strom-zu-Gas-Technologie in kommunale Verteilnetze

Diesen Vorbildcharakter der Anlage hob auch VKU-Präsident Ivo Gönner hervor: "Sie hat eine Vorbildfunktion für die Energiebranche, da die Projektpartner bereits heute die Einbindung der Strom-zu-Gas-Technologie in kommunale Verteilnetze demonstrieren und bei der Schaffung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen unterstützen." Zu den Betreibern der Anlage gehören insgesamt 13 Unternehmen: die badenova AG & Co. KG, Erdgas Mittelsachsen GmbH, Energieversorgung Mittelrhein AG, erdgas schwaben gmbh, ESWE Versorgungs AG, Gasversorgung Westerwald GmbH, Mainova Aktiengesellschaft, Stadtwerke Ansbach GmbH, Stadtwerke Bad Hersfeld GmbH, Thüga Energienetze GmbH, Wemag AG, e-rp GmbH sowie Thüga Aktiengesellschaft als Projektkoordinatorin.

Michael Riechel, Vorsitzender des Vorstands der Thüga Aktiengesellschaft, erklärte: "Ich freue mich über diese Auszeichnung. Sie bestätigt die innovative, effiziente und verantwortungsvolle Zusammenarbeit in der Thüga-Gruppe." Riechel hat zusammen mit den Projektpartnern den Preis in Berlin entgegengenommen.

Technologie-Vorsprung durch Protonen-Austausch-Membran-Elektrolyseur

Kernstück der Anlage ist der Protonen-Austausch-Membran (PEM)-Elektrolyseur. Er wandelt elektrische Energie mittels Elektrolyse in Wasserstoff um und macht somit den Strom speicherbar. Bevor der produzierte Wasserstoff in das Frankfurter Verteilnetz eingespeist wird, sorgt eine Gasdruckregelmess- und Mischanlage dafür, dass die Zumischung an Wasserstoff im Gasverteilnetz zwei Volumenprozent nicht überschreitet.

„Die Thüga Strom zu Gas-Anlage war die erste dieser Art weltweit, in der die Technologie so zum Einsatz gebracht wurde“, so Phil Doran, Geschäftsführer ITM Power GmbH, dem Hersteller der Anlage. Die Projektpartner der Strom zu Gas-Plattform haben sich für die PEM-Technologie entschieden, weil sie umweltfreundlich sei, die Anlage lastflexibler mache und eine sehr kompakte Bauweise aufweise. Der erste Belastungstest hatte im relevanten Lastbereich (zwischen 50 und circa 320 Kilowatt) ergeben, dass die Gesamtanlage - von der Stromentnahme bis zur Gaseinspeisung - einen Wirkungsgrad von bis zu 77 Prozent, bezogen auf den Brennwert, erreicht.

Stadtwerke Dresden bekommen VKU-Preis für Innovationskraftwerk

Mit dem Innovationspreis sowie dem Sonderpreis prämiert der VKU alle zwei Jahre Unternehmen aus den Sparten Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft und Stadtreinigung sowie aus dem Bereich Telekommunikation für ihre innovativen und zukunftsweisenden Ideen. Zu den weiteren Preisträgern zählt unter anderem auch die Stadtwerke Dresden GmbH (Drewag), die die Auszeichnung in der Kategorie Energiewirtschaft erhalten hat. Gewürdigt wurde dasInnovationskraftwerk Dresden Reick der Drewag. Dort sei die Symbiose zwischen konventioneller und regenerativer Energietechnik sowie Energieeffizienz gelungen, heißt es in der Begründung des VKU.

In dem Heizkraftwerk in Dresden-Reick verbindet die Drewag erstmals an einem Standort sowohl fossile als auch erneuerbare Energieerzeugungsanlagen mit der Speicherung von Wärme und Strom sowie Systemdienstleistungen für das Stromnetz. Im März 2015 wurde dort der erste sächsische Batterie-Großspeicher in Betrieb genommen. Neben dem Heizkraftwerk, das mit Gas oder leichtem Heizöl befeuert werden kann (thermische Leistung: 2 x 116 Megawatt) ist auch eine 813 Kilowatt große Photovoltaik-Anlage sowie ein Wärmespeicher installiert.

Quelle: IWR Online

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