14.12.2015, 08:07 Uhr

UN beschließt historischen Welt-Klimavertrag

Münster - Auf der UN-Klimakonferenz in Paris haben 195 Staaten den Klimavertrag beschlossen. Die einstimmige Verabschiedung des Abkommens sendet ein starkes Signal an die Weltgemeinschaft und die Industrie.

Am Samstag, den 12. Dezember 2015 ist in Paris ein historischer Durchbruch gelungen. Erstmals haben alle Staaten (195 Länder und die EU) zugestimmt, gemeinsame Anstrengungen im Kampf gegen die Erderwärmung zu unternehmen. Das klare Signal an die Märkte lautet: Fossile Energien gelten als alt und zunehmend out, erneuerbare Energietechniken sind der Markt der Zukunft.

Die Eckpunkte des globalen Klimavertrages

Die Staaten setzen sich das Ziel, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter "weit unter" zwei Grad Celsius zu beschränken. Zudem sollen Anstrengungen unternommen werden, den Temperaturanstieg bereits bei 1,5 Grad zu stoppen. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts werden die Netto-Emissionen auf null gesenkt.

Die nationalen Klima-Ziele der einzelnen Länder sollen ab 2023 alle fünf Jahre überprüft und nachgebessert werden. Die Staaten vereinbaren ein gemeinsames System von Berichtspflichten und Transparenzegeln. Jedes Land soll Bilanzberichte seines CO2-Ausstoßes vorlegen.

Die Industriestaaten sollen arme Staaten beim Klimaschutz und bei der Anpassung an die Erderwärmung unterstützen. In einer begleitenden Entscheidung wird das Versprechen der Industrieländer festgehalten, ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar für arme Staaten bereitzustellen. Diese Summe soll bis 2025 fließen.

Welt-Klimavertrag: UN-Klimakonferenz beschließt CERINA-Plan "light"

Der größte und wichtigste Unterschied zu den vorherigen UN-Klimakonferenzen ist die Abkehr von der Debatte um CO2-Obergrenzen der Länder. Stattdessen haben die Länder ihre Klimabeiträge eingebracht, für deren Umsetzung sie nun Rechenschaft abgeben müssen. Das erhöht den Druck auf die Staaten.

Das IWR hatte bereits nach der Klimakonferenz in Kopenhagen im Jahr 2009 die Abkehr von der Diskussion über CO2-Obergrenzen gefordert. Mit dem CERINA-Plan (CO2 Emissions and Renewable Investment Action Plan) wurde erstmals ein Verfahrens-Vorschlag unterbreitet, der auf Verursacher gerechte Beiträge der Länder setzt. Im Unterschied zu der jetzt verabschiedeten Variante von nicht spezifischen Klimabeiträgen der Länder setzt der CERINA-Plan auf Verursacher gerechte, konkrete Investitions-Beiträge der Länder in regenerative Energietechniken, um den globalen CO2-Anstieg zu stoppen bzw. zu senken.

Weltklimavertrag führt aus klimapolitischer Sackgasse heraus

Der Weltklimavertrag bildet die Grundlage für weitere Schritte und Maßnahmen der Staatengemeinschaft zum globalen Klimaschutz. "Entscheidend ist die Wirkung, die dieser Vertrag auf die Märkte und das Investitionsverhalten von Investoren entfalten wird. Und da lautet die Botschaft: das Ende der Nutzung fossiler Energien und der Einstieg in die globale Energiewende ist endgültig eingeläutet," so IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch.

Quelle: IWR Online

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