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22.12.2015, 14:16 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Wärmewende: Wirtschaftsministerium startet "Heizungs- und Lüftungspaket"

Berlin – Noch hinkt die Energiewende im Wärmesektor hinterher. Während die erneuerbaren Energien im Stromsektor inzwischen mit etwa 30 Prozent den größten Anteil im deutschen Strommix einnehmen, ist die Modernisierungsrate in den deutschen Heizungskellern weiterhin gering. Doch das soll sich ändern.

Am 1. Januar 2016 startet das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) das neue Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) mit den Förderkomponenten "Heizungs- und Lüftungspaket". Ziel ist es, neue Innovations- und Investitionsimpulse für die Wärmewende im Heizungskeller zu setzen. Hierfür stehen im APEE insgesamt 165 Millionen Euro pro Jahr über drei Jahre für Zinsverbilligungen und Zinszuschüsse zur Verfügung.

Heizungs-Umstieg auf Brennwerttechnik oder erneuerbare Energien

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte hierzu: "Mit dem Heizungs- und Lüftungspaket geben wir den Startschuss für eine umfassende Modernisierungsoffensive im Heizungskeller. Wir wollen mit neuen Investitionsanreizen umfassende Modernisierungen spürbar beschleunigen und so weitere Energie- und Kosteneinsparungen sowie eine deutliche Reduktion von CO2-Emissionen erreichen."

Mit dem Anreizprogramm Energieeffizienz soll die bestehende Förderlandschaft laut BMWi „sinnvoll erweitert und verstärkt“ werden. Bauherren, die ihre Heizung austauschen möchten oder eine Lüftungsanlage einbauen wollen, können nun eine zusätzliche Förderung erhalten. Im Fokus steht erstmalig auch die Förderung von effizienten Kombinationslösungen. Im Rahmen des Heizungspaketes wird der Einbau besonders effizienter Heizungen samt Maßnahmen zur Optimierung des gesamten Heizsystems gefördert. Dadurch werde ein Umstieg zu effizienteren Gasheizungen oder erneuerbare Energien-Heizungen gefördert. Durch die Förderung des Einbaus von Lüftungsanlagen in Kombination mit einer Sanierungsmaßnahme an der Gebäudehülle werden zusätzlich die richtigen Weichen zur Vermeidung von Bauschäden wie z.B. Schimmelbefall gestellt und das Raumklima verbessert.

Förderung läuft über KfW- und Bafa-Programme
Die Beantragung der Förderung für das Lüftungs- und Heizungspaket erfolgt bei Heizungssystemen, die fossile Energien nutzen, über die bewährte Antragstellung im Rahmen der KfW-Programme "Energieeffizient Sanieren" als Zuschuss oder Kredit. So wird beispielsweise der Zuschuss bei Inanspruchnahme des Heizungs- oder Lüftungspakets von zehn Prozent auf 15 Prozent der Investitionskosten aufgestockt. Die Beantragung der Förderung des Heizungspaketes bei Heizungssystemen auf Basis erneuerbarer Energien erfolgt im Rahmen der Antragsverfahren des Marktanreizprogramms zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt (MAP) beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Antragsteller können im Rahmen des Heizungspakets einen Zusatzbonus von 20 Prozent des bisherigen MAP-Förderbetrags für den Heizungsaustausch und einen Zuschuss von 600 Euro für die Heizungsoptimierung erhalten. Zudem wird das Anreizprogramm Energieeffizienz durch eine Qualitäts-, Beratungs- und Bildungsoffensive begleitet.

BSW-Solar: Kombination mit Solarheizung lohnt sich

Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. weist in diesem Zusammenhang auf die Zuschüsse speziell beim Einbau von Solarheizungen hin. Die Fördersätze für den Austausch veralteter Heizungen werden um 20 Prozent erhöht, wenn dabei Solartechnik zum Einsatz kommt. Im Regelfall dürfte Eigenheimbesitzern für die solare Heizungsmodernisierung künftig ein Zuschuss in Höhe von mindestens 3.600 Euro winken, so der Verband.
Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar: „Der Umstieg auf Solarwärme war noch nie so attraktiv. Eigenheimbesitzer sind gut beraten, veraltete Heizungen 2016 zu erneuern und dafür die ,Abwrackprämie' beim Bafa zu beantragen. Das macht sich für das Klima und den eigenen Geldbeutel gleichermaßen bezahlt.“

ZVSHK: Heizungsmodernisierer wollen die Umwelt schonen

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) begrüßt grundsätzlich die Maßnahmen des Gesetzgebers, um die Menschen für das Thema Wärmewende zu sensibilisieren. Dass sich bereites etwas getan hat in der Einstellung der Menschen, liest der Verband aus den Ergebnissen eine aktuelle Umfrage ab. Danach habe fast jeder dritte Immobilienbesitzer (29 Prozent), dessen Heizung älter als 15 Jahre alt ist, „ja“ zur Heizungsmodernisierung gesagt. Bei der Angabe der Gründe waren Mehrfachnennungen möglich. Überraschend sei laut (ZVSHK), dass 73 Prozent mit der Heizungsmodernisierung die Umwelt schonen wollten. 52 Prozent hätten einen zu hohen Energieverbrauch als wichtigen Grund angegeben.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2015

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