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15.01.2016, 13:23 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

RENIXX haltlos nach Ölpreis-Absturz: Canadian Solar, China Singyes, SMA, Sunedison und Jinkosolar mit satten Verlusten

Münster – Der RENIXX World kriegt die Kurve in 2016 bislang nicht. Auch am zehnten Handelstag des neuen Jahres, von denen bislang nur einer mit Kursgewinnen endete, geht es abwärts, und zwar kräftig. Der weltweite Aktien-Leitindex für erneuerbare Energien sinkt am Freitagvormittag um rund drei Prozent auf 416,54 Punkte.

Nicht viel besser sieht es im DAX aus, der um 1,2 Prozent auf 9.677 Punkte nachgibt. Für RENIXX und DAX spielt der fallende Ölpreis, der heute erneut kräftig nachgibt, eine maßgebliche Rolle. Beim DAX kommt der steigende Eurokurs hinzu, der die Exportwirtschaft belastet. Der Eurokurs legt um 0,3 Prozent auf 1,090 Euro zu. Als Anlage-Alternative gilt der vermeintlich „sichere Hafen“ Gold. Die Feinunze verteuert sich um 0,3 Prozent auf 1.082 US-Dollar.

SMA-Aktie weiter unter Druck
Zu den größten RENIXX-Verlierern am Freitag zählen bislang Canadian Solar (-7,4 Prozent, 17,17 Euro), China Singyes (-6,3 Prozent, 0,448 Euro), SMA Solar (-5,9 Prozent, 43,31 Euro), Sunedison (-5,4 Prozent, 2,40 Euro) und Jinkosolar (-5,0 Prozent, 17,75 Euro). Die Aktie des deutschen Wechselrichter-Herstellers SMA baut damit die Vortagesverluste (-7,5 Prozent) weiter aus. Aktuelle Unternehmensnews sind nicht bekannt. Berichten zufolge könne die Kursschwäche mit charttechnischen Signalen erklärt werden. Die einzigen Gewinner m RENIXX heißen Scatec Solar (+1,2 Prozent, 3,47 Euro) und Meyer Burger (+0,2 Prozent, 4,91 Euro).

RWE ist DAX-Schlusslicht – E.ON ebenfalls schwach trotz "Outperform"-Rating

Im DAX geben sogar sämtlich Index-Titel nach. Allen voran die RWE-Aktie, die sich um 2,9 Prozent auf 11,02 Euro verbilligt. Es folgen K+S (-2,8 Prozent, 20,71 Euro) und E.ON (-1,7 Prozent, 8,31 Euro). Die Analysten von Bernstein Research haben die Bewertungen „market-perform“ für RWE und „outperform“ für E.ON bestätigt. Allerdings sehe man die Entwicklung der Kohle-und Gaspreise sehr pessimistisch und kürze daher die Annahmen zur weiteren Strompreisentwicklung um durchschnittlich 20 Prozent. Immerhin: Für die E.ON-Aktie spreche das Kurspotenzial durch die anstehende Restrukturierung.

Ölpreise im freien Fall – Brent unter 30 Dollar
Die Preise für Rohöl sind im bisherigen Handel um knapp fünf Prozent abgestürzt. Der Preis für ein Fass der US-Rohölsorte WTI liegt derzeit bei rund 30,60 US-Dollar je Barrel (-4,7 Prozent). Das Fass der Nordseesorte Brent, sonst teurer als WTI, notiert mit 29,60 US-Dollar (-4,5 Prozent) unter der Marke von 30 Dollar. Der Heizölpreis erholt sich dagegen im heutigen Handel minimal um 0,3 Prozent auf 40,7 Cent je Liter (inkl. MwSt., bei Abnahme von 3.000 Litern). Doch auch an den Tankstellen wurde Treibstoff erneut günstiger. Am gestrigen Donnerstag kostete der Liter Diesel im Bundesdurchschnitt mit 0,98 Euro und damit rund 0,4 Prozent weniger als am Vortag. Auch der Liter Super E10 hat um 0,4 Prozent auf 1,22 Euro nachgegeben.

Starker Preisnachlass auch bei CO2-Zertifikaten
Am sonst ruhigen CO2-Markt gibt der Preis für ein Zertifikat, das zur Emission einer Tonne CO2 in der EU berechtigt heute kräftig 4,5 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs nach. Das Zertifikat notiert zur Mittagszeit bei 6,76 Euro, zum Jahresende 2015 lag der Preis noch bei 8,22 Euro. Zum Wochenende fallen erwartungsgemäß auch die Strompreise am Day-Ahead-Handel der Strombörse EEX. Strom zur Lieferung am morgigen Samstag kostet für das Marktgebiet Deutschland/Österreich heute 2,83 Cent die Kilowattstunde (kWh), 20 Prozent weniger als gestern. In Frankreich fällt der Strompreis um 10,5 Prozent auf 3,52 Cent die kWh und liegt damit 24,4 Prozent über dem deutschen Preisniveau.

Wind- und Solarenergie erzeugen Strom mit mehr als 10.000 MW Leistung
Nach mehreren produktionsstarken Tagen ist die Stromerzeugung aus der Windenergie heute eher schwach. Die Windenergieanlagen in Deutschland erzeugen zur Mittagszeit Strom mit einer Leistung von etwa 7.600 Megawatt (MW). Die PV-Anlagen steuern nochmals 2.900 MW bei, so dass diese beiden Erneuerbaren etwa 10.500 MW bzw. 15 Prozent der deutschen Stromerzeugung zur verbrauchsstarken Mittagszeit stemmen. Konventionelle Kraftwerke liefern am Mittag Strom mit einer Leistung von etwa 57.600 MW. Die Daten der EEX für konventionelle Kraftwerke beziehen sich dabei nur auf Kraftwerke ab einer Größe von 100 MW.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2016

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