IWR-Start | News | Windenergie | Offshore Windenergie | Solarbranche | Bioenergie | Energiejobs | Intern.

Top 50 Firmen | RENIXX World | Politik | Termine | Messen | Newsletter | | |
 
25.01.2016, 15:07 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Schweizerische Energie-Stiftung beklagt schwindende AKW-Sicherheitsmarge

Zürich – Die Schweizerische Energie-Stiftung (SES) sorgt sich um die Sicherheit der Atomkraftwerke (AKW) im eigenen Land. Denn durch den Beschluss der Regierung, keine weiteren AKWs zu bauen, sinke die Sicherheitsmarge, so die SES.

Diese Sicherheitsmarge wird als Differenz zwischen den gesetzlichen Sicherheitvorgaben und den tatsächlichen Sicherheits-Niveau oder Extra-Sicherheits-Reserve beschrieben. Eine neue Studie des französischen Nuklearexperten Yves Marignac habe am am Beispiel des AKW Beznau in der Schweiz gezeigt, wie die ursprüngliche Sicherheitsmarge im Laufe der Betriebszeit erodiert. Diese Marge mit Investitionen in die Nachrüstung zu erhalten, wie die Betreiber das versuchen, sei eine Illusion.

SES: Langzeitbetriebskonzept für AKW im Kernenergiegesetz verankern

Vor diesem Hintergrund und zum Schutz der Bevölkerung fordert die SES nun die nationalrätliche Energiekommission auf, im Kernenergiegesetz ein Langzeitbetriebskonzept zu verankern.
Nach der Nuklear Katastrophe von Fukushima im März 2011 und dem Beschluss des Schweizer Bundesrates, die zukünftige Energieversorgung der Schweiz ohne neue Atomkraftwerke zu gestalten, befinde man sich nun in einer paradoxen Situation. Die AKW-Sicherheit in der Schweiz nimmt laut SES nicht zu sondern ab, denn die alten AKWs sollen nun länger laufen als geplant.

Schwindende Sicherheitsmarge bei Schweizer Atomkraftanlagen

Wie jede technische Anlage wird ein AKW mit der Zeit immer unzuverlässiger, so die Argumentation der SES. Materialien würden verspröden und Komponenten ausfallen aus. Um das Risiko eines Unfalls trotz Alterung möglichst gering zu halten, wird beim Bau einer Anlage eine Sicherheitsmarge eingerechnet. Diese wird besonders bei Anlagen wie Beznau I und II (seit 46 bzw. 44 Jahren in Betrieb), die über ihre ursprünglich vorgesehene Laufzeit von 40 Jahren betrieben werden, rasch kleiner. Dies zeigt die neue Studie «Reduktion der Sicherheitsmargen von Alt-AKW. Der Fall Beznau», welche der französische Nuklearexperte Yves Marignac (WISE-Paris) im Auftrag der SES erstellt hat.
Nachrüstungen und vermehrte Analyse erlauben es, die Sicherheitsmarge wieder ein Stück weit zu erhöhen. Doch sie vermögen in keinem Fall den ursprünglichen Zustand einer Anlage wieder herzustellen. Zudem ist oft unklar, wie sicher der reale Zustand nach einer Nachrüstung ist. Die Folgen einer Nachrüstung werden bei der Sicherheitsbeurteilung eines AKW vielfach nur abschätzungsweise berücksichtigt. So führt zum Beispiel in Beznau die Öffnung des Reaktordruckbehälters für den Austausch des Deckels zu einer Schwächung der Sicherheitsbehälter

Auch Atomaufsicht ENSI will mehr Kontrolle

Um dieser Margenreduktion entgegen zu wirken, forderte selbst die Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) ein gesetzlich verankertes «Langzeitbetriebskonzept». Dieses soll dem ENSI eine genauere Kontrolle der AKW nach der ursprünglich vorgesehenen Betriebszeit von 40 Jahren ermöglichen.

Die SES fordert die nationalrätliche Energiekommission UREK-N auf, das Langzeitbetriebskonzept im Kernenergiegesetz zu verankern. Somit kann ENSI der Minderung der Sicherheitsmarge bei Alt-Anlagen besser entgegenwirken. Es braucht eine vorausschauende Sicherheitskultur mit höheren Sicherheitsmargen, so die SES.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2016

Zusätzliche Nachrichten und Infos zum Thema Atomenergie:
Bundesregierung sorgt sich um Sicherheitskultur in Schweizer Atomkraftwerk
Aus 2014: AKW-Sicherheit: "Bohr-Deppen" im Atomkraftwerk
Die Wahrheit über die Atomkraft-Rückstellungen
Presseinfos: AKW-Abriss von Rückstellungen gedeckt? Milliardenrisiken drohen
Termine aus der Stromwirtschaft
Stellenangebot: Siemens sucht Senior PV Manager Utility Scale
Veranstaltung: Azubitage 2017







Meldung drucken | E-Mail: Artikel empfehlen
 

IWR-Newsticker Erneuerbare Energien:
Anzeige


Firma   -im Profil-



Produkte   -Anzeige-
16.10.2017 - Streit um Windenergie in Schleswig-Holstein
16.10.2017 - Börse: RENIXX schwächelt – Siemens Gamesa Schlusslicht nach kassierter Guidance – Ballard-Aktie gefragt
16.10.2017 - EEG-Umlage sinkt leicht
16.10.2017 - Rekord-Hurrikan trifft auf Europa
16.10.2017 - Gewinnwarnung: Siemens Gamesa leidet unter Preisdruck
16.10.2017 - KW 41/2017: RENIXX World tritt auf der Stelle - Goldman Sachs mischt Windturbinen-Hersteller auf - Gewinnwarnung
16.10.2017 - Stromverbindung nach Norwegen kommt voran
13.10.2017 - Nordex vergrößert Rotor-Durchmesser
13.10.2017 - Börse: RENIXX klettert – Nordex mit neuer Turbinenvariante – Dong Energy verbindet Windkraft mit Gas-Kraftwerken
13.10.2017 - Solarworld: Welche Gläubiger in die Röhre schauen
 
Strom-News
16.10.2017 - Streit um Windenergie in Schleswig-Holstein
16.10.2017 - EEG-Umlage sinkt leicht
16.10.2017 - Rekord-Hurrikan trifft auf Europa
16.10.2017 - Gewinnwarnung: Siemens Gamesa leidet unter Preisdruck
16.10.2017 - KW 41/2017: RENIXX World tritt auf der Stelle - Goldman Sachs mischt Windturbinen-Hersteller auf - Gewinnwarnung
16.10.2017 - Stromverbindung nach Norwegen kommt voran
 
Atomenergie-News
12.10.2017 - Verpasste Klimaschutzziele: Deutschland fürchtet um Image
10.10.2017 - Französisches Atomkraftwerk Flamanville kostet über 10 Milliarden Euro
09.10.2017 - Eurosolar lobt Friedens-Nobelpreis für Anti-Atominitiative
09.10.2017 - Brennelemente aus Atomkraftwerk Krümmel im Zwischenlager
06.10.2017 - Suche nach Atommüll-Endlager blockiert Erdwärme
26.09.2017 - Optimismus überwiegt: Stimmen zur Jamaika-Koalition

 

Business- und Wirtschaftsthemen Erneuerbare Energien

  

Suche in IWR - Newsticker Original-Pressemitteilungen Produkte Firmenprofile


© IWR - Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien

Energie Business Verbund
Presse IWR-Pressedienst.de | Marketing Firmen | Stellen Energiejobs.de | Messen Energiekalender.de |

Energiethemen- und Branchenverbund
iwr.de |Windbranche.de | Offshore-Windenergie | ISolarbranche.de | Bioenergie-Branche |Solardachboerse.de |RenewablePress.com | RenewableEnergyIndustry | Windindustry | Offshore-Windindustry | Energiefirmen | Energiespeicher | Energieeffizienz

Verbraucher
Strompreisrechner.de | Stromtarife.de | Solardachboerse.de | Energiehandwerker.de

 
>> zurück
 
Home-IWREnglishWindenergieSolarenergieWasserkraftBioenergieGeoenergieEmail/Kontakt