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26.01.2016, 16:13 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Strom: Kommt jetzt das Comeback der Gaskraftwerke?

Münster – Angesichts geringer Börsen-Strompreise sind die Gaskraftwerke in Europa in den vergangenen Jahren deutlich unter Druck geraten. Viele Versorger haben auch in Deutschland erklärt, diese Kraftwerke nicht mehr wirtschaftlich betreiben zu können und Schließungen angekündigt. Der Brennstoff Erdgas war insbesondere im Vergleich zur Kohle zu teuer. Doch der gefallene Ölpreis sorgt nun für Entlastung.

Diese vermeintliche Trendwende wird in einem aktuellen Bericht des manager-magazins unter dem Titel "Totgesagte Gaskraftwerke sind wieder quicklebendig" umschrieben. Auch Bloomberg geht darauf ein: Ein Experte von Rheinernegie Trading erklärte gegenüber Bloomberg, dass wieder mehr erdgas-betriebene Kraftwerke Geld verdienen würden. Bei Uniper, der von E.ON abgetrennten Sparte für fossile Energien und Wasserkraft, ist man zurückhaltender mit Schlussfolgerungen, erfuhr IWR Online auf Anfrage.

Stromerzeugung aus Gaskraftwerken in Deutschland zieht an
In den vergangenen Jahren hatte die Auslastung der Gaskraftwerke in Europa aufgrund der sinkenden Börsen-Strompreise immer weiter nachgelassen. Für viele Versorger war ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich. Sie haben daher teilweise auch effiziente und moderne Anlagen stilllegen wollen. Doch nun haben sich die Vorzeichen angesichts des gesunkenen Ölpreises und in der Folge des Erdgas-Preises offenbar geändert. Das lässt sich auch in der Stromerzeugung durch Gaskraftwerke in Deutschland in den ersten drei Wochen 2016 ablesen. Nach rund 740 Mio. Kilowattstunden (kWh) in der ersten Kalenderwoche und 820 Mio. kWh in der zweiten Woche steigt die Stromerzeugung aus Gaskraftwerken mit einer Größe von über 100 Megawatt in der dritten Woche nach den Zahlen der Übertragungsnetzbetreiber auf knapp 1,400 Mrd. kWh. Dieses Niveau wurde zuletzt vor knapp drei Jahren erreicht wurde.

Effizienteste Gaskraftwerke ersetzen ineffizienteste Kohlekraftwerke
Von Seiten des Essener Energiekonzerns RWE sei laut manager-magazin bestätigt worden, dass es auch im Dezember 2015 trotz niedriger Strompreise zu einem höheren Einsatz der Gaskraftwerke gekommen sei. Gegenüber Bloomberg erklärte zudem ein Experte von Vattenfall, man sei nun in der Situation, dass die effizientesten Gaskraftwerke zunehmend die ineffizientesten Kohlekraftwerke ersetzen würden. Es sei demnach aber noch ein langer Weg zu gehen, bis auch die ineffzientesten Gaskraftwerke die effizientesten Kohlekraftwerke verdrängen könnten.

Uniper zurückhaltend: Rahmenbedingungen noch die gleichen
Zurückhaltend äußerte sich ein Sprecher von Uniper gegenüber IWR Online. Es sei noch deutlich verfrüht, um von einer Trendwende zu sprechen. Die Rahmenbedingungen für Gaskraftwerke seien weiterhin die gleichen, so der Sprecher. Auch E.ON bzw. jetzt Uniper hatte im letzten Jahr verschiedene Gaskraftwerke, teilweise auch moderne Blöcke wie in Irsching, beim Netzbetreiber zur Stilllegung angezeigt. Speziell bei den Anlagen in Irsching (Blöcke 4 und 5) mit zusammen 1.400 MW Leistung, hatte der zuständige Netzbetreiber Tennet diese Stilllegung jedoch abgelehnt.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2016

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