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10.02.2016, 11:24 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Roland Berger sieht enorme Sparpotenziale beim Windpark-Betrieb

München – Das Beratungsunternehmen Roland Berger aus München hat den Onshore-Windenergie-Sektor genauer unter die Lupe genommen. Fazit für diesen "reifen" Markt: Windkraft an Land gehört zu den wettbewerbsfähigsten Formen alternativer Stromerzeugung, doch notwendige Investitionen in die Stromnetze sind nun essenziell. Zudem könnte beim Betrieb der Windparks viel Geld eingespart werden.

Dies geht aus der neuen Studie "Windkraft Onshore – Neue Spielregeln für einen reifen Markt" von Roland Berger hervor. Erhebliches Einsparpotenzial sehen die Berater demnach beim Betrieb von Windparks. Onshore-Windparkbetreiber könnten im Schnitt 45 Prozent einsparen. Dabei werden sechs wichtige Kostenhebel identifiziert.

Grundsätzliche Knappheit fossiler Energieträger bleibt

Der derzeit niedrige Ölpreis lässt die Rentabilität der erneuerbaren Energien im Vergleich zu den fossilen sinken. Allerdings sehen die Berater von Roland Berger nur eine vorübergehende Beeinträchtigung. Vorschnelle Reaktionen wären falsch, warnt Torsten Henzelmann, Partner von Roland Berger: "Trotz des derzeit billigen Öls hat sich an der grundsätzlichen Knappheit fossiler Energieträger nichts verändert. Energiepolitik muss langfristig gedacht werden. Der Barrel-Preis wird früher oder später wieder anziehen. Deshalb bleibt die Windkraft für die zukünftige Stromversorgung unverzichtbar."

Weltweite Windenergie-Leistung hat sich in 20 Jahren verfünfzigfacht
Doch die Windenergie hat bereits eine beeindruckende Erfolgsgeschichte geschrieben. "Die Kapazitäten zur Stromerzeugung aus Windkraft haben sich in den vergangenen 20 Jahren weltweit verfünfzigfacht", sagt Henzelmann. "Und speziell die Windstromerzeugung an Land ist mittlerweile in vielen europäischen Märkten wettbewerbsfähig geworden." So sind die Kosten zwischen 2010 und 2014 um ein Drittel gesunken, und Strom aus Onshore-Wind ist an guten Standorten selbst ohne Förderung günstiger als Strom aus Kohle- oder Kernkraftwerken. Dass Onshore-Wind eine immer wichtigere Rolle spielen wird, würden auch die aktuellen Investitionspläne belegen: Bis 2030 werden voraussichtlich 13 Prozent des Stroms in Europa durch Onshore Windparks erzeugt; 2012 waren es noch sechs Prozent. In Deutschland dürfte sich die Stromerzeugung aus Wind bis 2030 ebenfalls verdoppeln. Dennoch müssten die Betreiber, aber auch die Politik handeln, fordert der Experte. Gemeint sind hohe Betriebskosten und der schleppende Netzausbau.

Gravierende Engpässe bereits im aktuellen Stromnetz
Die Roland Berger-Experten glauben, dass vor allem die mangelnde Netzinfrastruktur nicht nur die ambitionierten Klimaziele der EU gefährde, sondern auch die Versorgungssicherheit. "Klimaschutz und Energiesicherheit sind zwei Seiten derselben Medaille", sagt Henzelmann. "Um beide zu garantieren, sollten die europäischen Länder verstärkt in ihre Netzinfrastruktur investieren. Denn nur so kommt eine wichtige Energiequelle wie die Windparks an Land richtig zur Geltung."
Doch es gibt bereits im aktuellen Stromnetz gravierende Engpässe, so Roland Berger. Dabei werden neue Übertragungskapazitäten gerade bei der Windkraft dringend benötigt, um Flauten und Erzeugungsspitzen abzufangen. "Allein Großbritannien müsste seine Übertragungskapazität bis 2030 fast verdreifachen und die iberische Halbinsel sogar verzehnfachen", erläutert Henzelmann. "EU-weit werden mittelfristig Investitionen in Höhe von 150 Milliarden Euro benötigt."

Windenergie-Investoren werden Entscheidungen auch vom Netzumfeld abhängig machen
Denn diese ermöglichen durch den Datenaustausch zwischen Erzeugern und Verbrauchern eine bessere Stromeffizienz. Vor allem China und die USA investieren in diesen Bereich zwei bis dreimal so viel wie die EU, und für die Forschung zu "Smart-Grids" gibt alleine Südkorea mit 600 Mio. Euro pro Jahr mehr Geld aus als die gesamte EU (400 Mio. Euro). "Künftige Investoren in Onshore-Windkraft werden ihre Entscheidungen auch von einem adäquaten Netzumfeld abhängig machen", warnt Henzelmann. "Europa sollte daher schnell nachholen, um den Anschluss nicht zu verpassen."

Windparks können effizienter wirtschaften

Neben der Politik sind andererseits auch die Betreiber von Onshore-Windparks durch Roland Berger zum Handeln aufgefordert. Denn in Zeiten sinkender Förderungen müssen Windparks effizienter werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Und das Verbesserungspotenzial ist groß: Alleine die 477 Onshore-Windparks in Deutschland könnten ihre Gewinne um mehr als 300 Millionen Euro steigern, so die Experten bei Roland Berger. Bei den Betriebskosten könnten Onshore-Windparkbetreiber im Schnitt 45 Prozent sparen. Dabei geht es hauptsächlich um sechs wichtige Kostenhebel, an denen die Betreiber ansetzen sollten: an erster Stelle die Wartungskosten als größter Einzelposten der Betriebskosten, aber auch die Kosten für Grundstückspacht, Reparaturen, Versicherungen, Projektmanagement und Kapital können erheblich gesenkt werden.

"Unsere Studie zeigt insgesamt einen erfreulichen Trend zur Professionalisierung der Branche", sagt Roland Berger-Partner Torsten Henzelmann. "Dadurch wird die Windenergie noch wettbewerbsfähiger und kann ihre Rolle als unverzichtbarer Bestandteil der Energieversorgung weiter ausbauen."

Quelle: IWR Online
© IWR, 2016

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