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11.02.2016, 10:05 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

US-Wahlkampf: Was Clinton, Trump und Co. von erneuerbaren Energien halten

Münster - Der Wahlkampf in den USA nimmt an Fahrt auf und dominiert die US-Medien. Im Vordergrund stehen meist die markigen Sprüche der Bewerber. Doch wie positionieren sich die aussichtsreichsten Kandidaten inhaltlich zu Themen wie Klimaschutz und erneuerbare Energien? Die Unterschiede könnten kaum größer sein.

Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat den Klimaschutz und den Ausbau der erneuerbaren Energien immer wieder auf die politische Agenda gesetzt, auch wenn er mit seinen Vorschlägen in dem von den Republikanern dominierten Senat nicht immer erfolgreich war. Aktuelles Beispiel hierfür ist die Senats-Blockade gegen Obamas Clean Power Plan, der für mehr Klimaschutz bei der Stromerzeugung sorgen soll. Es bleibt die Frage, wie Obamas Klimaschutz-Kurs nach den Wahlen im November fortgeführt wird.

Hillary Clinton will eine halbe Milliarde Solarmodule

Für Hillary Clinton, die als eine der aussichtsreichsten Kandidaten der Demokraten gehandelt wird, gehört der Kampf gegen den Klimawandel zum festen Bestandteil ihrer politischen Agenda. Auf ihrer Internetseite erklärt sie, bis zum Ende ihrer ersten Amtszeit eine halbe Milliarde Solarmodule installieren zu wollen. Damit soll die installierte Leistung bis Ende 2020 auf 140.000 Megawatt (MW) ausgeweitet werden. Dies entspräche laut Clinton einem 700-prozentigen Anstieg des aktuellen Stands und bedeute Solaranlagen auf etwa 25 Millionen Dächern in den USA. Ihr Ziel ist es außerdem, mehr Stromerzeugungskapazitäten aus erneuerbaren Energiequellen ans Netz zu bringen, als in jedem anderen Jahrzehnt der amerikanischen Geschichte.

Donald Trump findet Windenergie "poor"

Im Gegensatz zu Clinton bezieht Donald Trump als möglicher Kandidat der Republikaner auf seiner Internetseite keine Stellung zum Thema Klimawandel bzw. Energie. Aus Twitter-Kommentaren wie „Fracking wird Amerika zur Energieunabhängigkeit führen“ (3. März 2012) oder seine Bezeichnung von Öl als „lifeblood“ der USA und des Arbeitsmarkts lässt seine positive Einstellung zur fossilen Energieindustrie erkennen und macht zudem einen Bruch mit Obamas Klimaschutz-Linie wahrscheinlich. Bei der Ölförderung setzt er auf die inländischen Ressourcen. In einem Interview erklärte Trump 2012: „Der wirklich wahre Weg ist, nach unserem eigenen Öl zu bohren.“ Zur Stromerzeugung aus Wind und Solar sagte Trump, der im Übrigen einen Windpark in der Nähe seines schottischen Golfresorts verhindern wollte, dass grüne Energie rückständig sei. Windräder würden die Küstenlinien auf der ganzen Welt zerstören. Wirtschaftlich seien sie nicht gut. Das ist eine sehr, sehr geringwertige Form von Energie, so Trump. Solar habe sich nicht durchgesetzt, denn ein Solarmodul brauche eine 32-jährige Amortisationszeit. Tatsache ist laut Trump, dass die Technologie noch nicht vorhanden sei. Windparks schadeten dem Land.

Sanders für Wechsel zu erneuerbaren Energien
Bernie Sanders, der in den Vorwahlen in New Hampshire den Sieg bei den Demokraten holte, spricht sich für einen Rückzug aus fossilen Energieträgern aus. Er befürwortet einen Wechsel zu effizienten und erneuerbaren Energien wie Sonne, Wind, Geothermie und Biomasse. Auf seiner offiziellen Internetseite erklärt er weiter, dass die USA die Fähigkeit besäße, all diese Ressourcen im Inland zu erschließen und man so die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern könne.

Kasich mit unklarer Position zu erneuerbaren Energien
John Kasich rückte mit seiner Zweitplatzierung bei den Republikanern in New Hampshire stärker ins politische Rampenlicht. Eine Stellungnahme zu seinen energie-und umweltpolitischen Plänen findet sich nicht auf seinem Internetauftritt. Der derzeitige Gouverneur von Ohio hat sich Ende letzten Jahres jedoch für eine Wiedereinführung des „Renewable Portfolio Standards“ in Ohio ausgesprochen. In diesem wird geregelt, dass eine bestimmte Menge von Ohios Energie aus erneuerbaren Quellen stammt. Jedoch war es auch Kasich, der im Juni 2014 das Gesetz unterzeichnete, welches diese Regelung pro Erneuerbare auf Eis legte. Möglicherweise will Kasich der in Ohio aufblühenden Windindustrie nun wieder entgegenkommen.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2016

Weitere Nachrichten und Informationen zum Thema erneuerbare Energien:
State of the Union: Obama zu Klimaschutz und Erneuerbaren
USA verlängern Tax Credits
Globales CO2-Emissions-Ranking der Länder
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