16.02.2016, 09:59 Uhr

Presse: Siemens feilscht hart um Gamesa

Münster – Seit Ende Januar macht die Information die Runde, dass Siemens den spanischen Windenergieanlagen-Hersteller Gamesa übernehmen möchte. Das hatte der Gamesa-Aktie erheblichen Auftrieb verliehen. In der vergangenen Woche berichtete dann Bloomberg, die Verhandlungen seien so gut wie abgeschlossen, doch neueste Informationen sprechen dagegen.

Gamesa gehört zu etwa einem Fünftel dem spanischen Energiekonzern Iberdrola. Nach Informationen einer spanischen Zeitung will nun Iberdrola mehr für sein Gamesa-Paket haben, als Siemens zu zahlen bereit ist. Siemens selbst kommentiert diesen Vorgang nicht.

Commerzbank: Gamesa passt zu Siemens

Der im internationalen Aktienindex für erneuerbare Energien gelistete Windenergieanlagen-Hersteller Gamesa wird an der Börse derzeit mit etwa 4,6 Mrd. Euro bewertet. Neben der Windenergie an Land bearbeiten die Spanier im Rahmen des Joint Ventures Adwen auch den Offshore-Windenergie-Sektor. Im Onshore-Windmarkt ist Gamesa vor allem auch in Indien und Lateinamerika stark und würde daher aus Sicht von Experten das Siemens-Angebot sinnvoll ergänzen. So haben die Analysten der Commerzbank ihre Einstufung für die Siemens-Aktie anlässlich der möglichen Übernahme von Gamesa auf "hold" mit einem Kursziel von 96 Euro belassen. Gamesa würde strategisch gut zu Siemens passen, glaubt Analyst Ingo-Martin Schachel. Dass Iberdrola für den Gamesa-Anteil einen höheren Preis anpeile, sei aber nachvollziehbar. Auch die Analysten der Societe Generale bewerteten eine Transaktion zwischen dem deutschen Industriekonzern und den Spaniern als "strategisch attraktiv".

Iberdrola will mehr

Bloomberg hatte vor rund einer Woche unter Bezugnahme auf informierte Kreise berichtet, dass Siemens den Deal fast in trockenen Tüchern habe. Nun berichtet das spanische Blatt Expansion, ebenfalls unter Berufung auf „informierte Kreise“, dass Gamesa-Ankeraktionär Iberdrola mehr verlange, als Siemens geben wolle. Auf Anfrage von IWR Online erklärte ein Siemens-Sprecher, dass man den Vorgang nicht kommentiere.

Quelle: IWR Online

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