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02.03.2016, 12:11 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Leistungsstärkste Geothermie-Anlage Deutschlands in Betrieb

Unterföhring - In Unterföhring im Landkreis München hat der örtliche Wärmeversorger Geovol nach erfolgreichem Probelauf eine zweite Energiezentrale der geothermischen Anlage feierlich in Betrieb genommen. Es handelt sich nun um die leistungsstärkste Anlage ihrer Art in ganz Deutschland.

Durch die neue Energiezentrale konnte die geothermische Wärmeleistung der Anlage von vormals zehn auf nun 22 Megawatt (MW) gesteigert werden. Die Anlage kann sogar Kälte zur Raumklimatisierung erzeugen.

Geothermie-Anlage plus BHKWs sowie Adsorbtionsmaschinen für Raumkühlung

Am 20. Februar 2014 hatte Geovol mit den Bohrarbeiten für eine neue Dublette begonnen und damit Neuland betreten: Noch nie zuvor war in Deutschland eine bereits bestehende Geothermieanlage mit zwei neuen Bohrungen und einer zweiten Energiezentrale erweitert worden. „Wir sind umso glücklicher, dass alles gut gegangen ist und wir das Projekt nach nur zwei Jahren erfolgreich abschließen konnten“, freut sich Geovol-Geschäftsführer Peter Lohr.

Neben Geothermie- und Netzpumpenraum sowie den Anlagen zur Netzdruckhaltung und Filterung befinden sich in der Heizzentrale auch zwei große Blockheizkraftwerke (BHKW) mit je 600 Kilowatt (kW) Leistung, die mit Erdgas betrieben werden. Dadurch wird Geovol zukünftig einen Großteil des für die Tiefpumpen verbrauchten Stroms selbst erzeugen können. Auch die Raumkühlung wird autark erzeugt: Dank der sogenannten Adsorbtionsmaschinen kann die tiefe Erdwärme jetzt auch in Kälte zur Raumklimatisierung umgewandelt werden. Des Weiteren verfügt das neue Gebäude über einen großzügig ausgelegten Konferenzraum, in dem Schulungen, Workshops und Kundengespräche stattfinden sollen, aber auch Veranstaltungen für die örtliche Bevölkerung angeboten und die jährlich über 50 Besuchergruppen empfangen werden.

Unterföhring hat rund 52 Mio. in Geothermieanlage und Fernwärmenetz investiert

Mit der neuen Energiezentrale ist Geovol gerüstet, um das eigene Fernwärmenetz weiter auszubauen. Nachdem bislang nur der nördliche Ortsteil geothermisch versorgt wird, kann nun bis spätestens 2020 auch das südliche Unterföhring vollständig für die Erdwärmelieferung erschlossen werden. Auch für die Bestandskunden ist die Inbetriebnahme der zweiten Energiezentrale von Vorteil: Weil die beiden Fernwärmekreise miteinander verflochten sind, kann bei Spitzenlasten oder dem Ausfall einer Zentrale die andere zeitweise die Wärmelieferung übernehmen. Um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, ist im Zuge der Anlagenerweiterung auch ein zweiter gasbetriebener Heizkessel mit 20 MW Wärmeleistung eingebaut worden, der bei Engpässen blitzschnell einspringen kann. „Damit bieten wir eine Versorgungssicherheit, die jede Einzelheizung bei weitem übertrifft“, so Geschäftsführer Lohr. Bislang hat die Gemeinde Unterföhring mit ihren knapp 9.200 Einwohnern rund 52 Millionen Euro in die Geothermieanlage und das Fernwärmenetz investiert.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2016

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