03.03.2016, 13:12 Uhr

RENIXX freundlich: Sunrun vorne – Trina Solar setzt 3 Mrd. Dollar um – Gamesa leichter trotz Südamerika-Auftrag

Münster – Der weltweite Aktienindex für erneuerbare Energien RENIXX World hat sich im Handel am Donnerstag nach anfänglichem Zögern nach oben orientiert. Gegen Mittag steht der Branchen-Leitindex bei 424,32 Punkten und damit um 0,4 Prozent im Plus. Unter anderem hat der größte Solarmodul-Hersteller der Welt seine Zahlen für 2015 offengelegt.

Der DAX gibt im Gegensatz zum RENIXX um 0,2 Prozent auf 9.754 Punkte nach. Berichten zufolge verhalten sich die Anleger vor der Veröffentlichung neuer US-Arbeitsmarktzahlen zurückhaltend. Am heutigen Nachmittag kommen die Arbeitslosenhilfe-Erstanträge in den USA und am Freitag folgt der nationale Arbeitsmarktbericht. Der Ölpreis tendiert etwas leichter. Am Devisenmarkt steigt der Eurokurs ein wenig (+0,1 Prozent, 1,088 US-Dollar). Der Goldpreis steigt um 0,3 Prozent auf 1.244 US-Dollar je Feinunze.

Trina Solar: Q4-Modul-Produktion größer als Deutschland-Zubau 2015

Zu den größten Gewinnern im RENIXX World zählt neben der Sunrun-Aktie aus den USA (+11,6 Prozent, 5,53 Euro) auch das Papier des weltweit größten Solarmodul-Herstellers Trina Solar (+4,9 Prozent, 10,04 Euro). Der Branchenriese hat seine Zahlen für das Schlussquartal 2015 sowie das Gesamtjahr vorgelegt. Der Umsatz in 2015 ist um rund ein Drittel auf drei Milliarden US-Dollar geklettert, der operative Gewinn um 47 Prozent auf 177 Mio. US-Dollar. Im vierten Quartal 2015 hat Trina Solar nach Angaben von CEO Jifan Gao mit 1.780 Megawatt (MW) erneut einen Rekord bei den Modul-Auslieferungen erzielt. Zum Vergleich: In Deutschland wurden nach vorläufigen Zahlen im Gesamtjahr 2015 neue Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von rund 1.400 MW neu errichtet. Zu den Verlierern im RENIXX gehört neben Sunedison (-13,2 Prozent, 1,47 Euro) auch Gamesa (-0,6 Prozent, 17,65 Euro). Ein neu verkündeter Windpark-Auftrag aus Uruguay mit einem Volumen von 70 MW ändert daran nichts.

E.ON nach Analysten-Urteil gefragt

Im DAX heißen die größten Verlierer am Donnerstagmittag Fresenius Medical Care (-1,2 Prozent, 76,87 Euro), SAP (-1,2 Prozent, 70,33 Euro) und Merck (-1,2 Prozent, 79,28 Euro). Besser schneidet der Autozulieferer Continental ab (+2,9 Prozent, 198,40 Euro). Der Reifen-Hersteller will den Umsatz im laufenden Jahr organisch um fünf Prozent auf rund 41 Mrd. Euro steigern und die bereinigte EBIT-Marge auf über 10,5 Prozent. Zweitbester DAX-Titel ist die E.ON-Aktie mit einem Kursplus von 2,5 Prozent auf 8,84 Euro. Am Mittwoch hatten die Aktienanalysten von Bernstein Research die Einstufung für die E.ON-Aktie mit "outperform" und einem Kursziel von 12,70 Euro bestätigt. Anzeichen für einen Kapazitätenmarkt in Großbritannien sollten sich positiv auf die Erlöse der Versorger auswirken, hieß es zur Begründung.

Ölpreise verlieren im Tagesverlauf

Nachdem der Ölpreis im Laufe des gestrigen Mittwochs doch noch einen Anstieg verzeichnen konnte, verliert er heute wieder. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI notiert zur Mittagszeit bei gut 34,70 US-Dollar (-0,5 Prozent). Die Nordseesorte Brent verbilligt sich ebenfalls um rd. 0,67 Prozent auf etwa 36,90 US-Dollar für ein Barrel. Der Heizölpreis legt leicht um rund 0,7 Prozent auf 44 Cent pro Liter zu (inkl. MwSt., bei Abnahme von 3.000 Litern). Die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen haben sich gestern ebenfalls geringfügig verteuert. Für einen Liter Diesel zahlten die Autofahrer durchschnittlich rund 0,99 Euro (+0,4 Prozent) und für die gleiche Menge Super E10 1,18 Euro (+0,2 Prozent).

Börsenstrompreise sinken in Deutschland

Die Strompreise an der Börse sinken im Marktgebiet Deutschland/Österreich für den Day-ahead-Handel. Zum Liefertermin am morgigen Freitag notiert der Preis bei 2,49 Cent pro Kilowattstunde (kWh) und ist damit um 11,7 Prozent gesunken. In Frankreich steigt der Preis hingegen auf 3 Cent pro kWh (+2,4 Prozent). Der Börsenstrom in Frankreich ist damit um etwa 21 Prozent teurer als in Deutschland. Der Preis für ein Zertifikat, das zur Emission einer Tonne CO2 in der EU berechtigt, liegt bei 4,88 Euro und ist damit um rund 1,4 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 4,95 Euro gesunken.

Stromerzeugung: Solaranlagen brummen

Bei der Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen zeigen sich zur Mittagszeit insbesondere die Photovoltaikanlagen für diese Jahreszeit leistungsstark. Die Solarstromanlagen produzieren Strom mit einer Leistung von 8.400 Megawatt (MW). Die Windkraftanlagen steuern weitere 3.100 MW Leistung bei, sodass diese beiden regenerativen Energiequellen gemeinsam auf eine Leistung von 11.500 MW kommen. Damit tragen sie mit rund 18 Prozent zur Deckung des hohen Mittagsbedarfs bei. Die konventionellen Kraftwerke stellen den Rest, mit einer Leistung von 54.000 MW. Die Daten der EEX für konventionelle Kraftwerke beziehen sich dabei nur auf Kraftwerke ab einer Größe von 100 MW.

Quelle: IWR Online

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