11.03.2016, 08:10 Uhr

Französische Steuerzahler zahlen für britisches Atomkraftwerk

Münster - Dem französischen Energiekonzern EDF laufen wegen des Streits um das britische Atomkraftwerk Hinkley Point C führende Mitarbeiter davon. Der EDF-Finanzchef, Thomas Piquemal, ist zurück getreten, bereits im letzten Monat hatte der zuständige EDF-Direktor für das AKW-Projekt das Handtuch geworfen. Ein BBC-Bericht zeigt die brisanten Probleme auf.

Das britische Atomkraftwerks-Projekt Hinkley Point C steht von Anfang an unter keinem guten Stern. Die hohen Kosten bereiten manchen französischen Managern so große Kopfzerbrechen, dass sie sich lieber einen neuen Job suchen.

Hollande und Cameron wollen das Atomkraftprojekt Hinkley Point C offenbar um jeden Preis

Für das laut BBC - the world's most expensive power project - ist nach dem Rücktritt des EDF-Finanzvorstands Thomas Piquemal scheinbar der Weg frei. Piquemal hatte die hohen Kosten für das britische Atomkraftwerk Hinkley Point C kritisiert. Trotz der Kostenbelastungen steht aber die französische Regierung nach einem Treffen zwischen Francois Hollande und David Cameron hinter dem geplanten Atomkraftwerk, so die BBC. Finanzierungsprobleme soll es demnach eigentlich nicht geben.

Woher kommt das Geld für die AKW-Finanzierung - springt der französische Staat ein?

Laut BBC stimmte die französische EDF einem Deal mit der China General Nuclear Power Corporation (CGN) zu, wonach die Chinesen ein Drittel der Kosten in Höhe von 18 Mrd. britischen Pfund (aktuell ca. 23 Mrd. Euro) tragen. Die französische EDF muss 66,5 Prozent der Investitionen stemmen, hat aber offenbar große finanzielle Schwierigkeiten, dies zu finanzieren. Es fehlt an Cash. Die BBC zitiert Francios Raillot, wonach EDF einige Beteiligungen verkaufen könnte, um Hinkley Point C zu finanzieren. Dies wäre aber ein schlechter Zeitpunkt und eigentlich müsste der französische Staat Geld beisteuern, aber der habe ja kein Geld. Tony Roulstone vom Cambridge Nuclear Energy Centre meint, es gäbe aber zahlreiche andere Finanzierungsmöglichkeiten.

Atomstrom teurer als Solarstrom: AKW-Subventionierung mit 11 ct/kWh über 35 Jahre zuzüglich Inflationsausgleich

Der Bau des britischen Atomkraftwerks Hinkley Point C verursacht enorme Kosten. Mit 11 ct/kWh feste Vergütung für den Atomstrom ist dieser teurer als Solarstrom. Dabei handelt es sich nur um Plankosten. Wie hoch die Kosten für das britische Atomkraftwerk Hinkley Point C tatsächlich wird, weiß niemand. Das derzeit in Flamanville gebaute französische Atomkraftwerk gleichen Typs sollte ursprünglich 3,3 Milliarden Euro kosten und im Jahr 2012 fertiggestellt sein. Aktuell geht EDF von Kosten für das Atomkrafwerk Flamanville von 10,5 Mrd. Euro aus, das Kraftwerk wird wohl nicht vor 2018 in Betrieb gehen.

Quelle: IWR Online

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