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24.03.2016, 10:34 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Rockefeller Fund entzieht ExxonMobil Vertrauen und Geld

New York – Die Rockefeller-Erben distanzieren sich weiter von der Nutzung fossiler Energiequellen und ausdrücklich auch vom US-Ölkonzern ExxonMobil, einem Nachfolgeunternehmen der von John D. Rockefeller aufgebauten Ölfirma Standard Oil.

Der Rockefeller Family Fund, der neben weiteren philantropischen Stiftungen und Fonds das immense Rockefeller-Vermögen verwaltet, hat nun mitgeteilt, dass man Investitionen in fossile Energieträger rückgängig machen werde. Zudem sollen jegliche Anteile an ExxonMobil abgestoßen werden. Von einem "moralisch verwerflichen Auftreten" des Konzerns ist die Rede. Im Vorfeld des Weltklimagipfels 2014 in New York hatte bereits ein weiterer Rockefeller-Fonds den Rückzug aus fossilen Energien angekündigt.

Investitionen in fossile Energien aus finanziellen und ethischen Gründen sinnlos
Der Desinvestitionsprozess beim Rockefeller Family Fund soll so schnell wie möglich vollzogen werden, erklärte der Fonds. Während die Weltgemeinschaft daran arbeite, fossile Energien zu eliminieren, mache es aus finanziellen und ethischen Gründen wenig Sinn, weiterhin Anteile an derartigen Unternehmen zu halten. Es gebe keine gesunde Begründung mehr dafür, die Suche nach weiteren Kohlenwasserstoffen fortzusetzten. Die Wissenschaft und die Formulierungen des Pariser Weltklimaabkommens könnten nicht klarer sein, so der Fonds: Nicht nur die Suche nach neuen fossilen Energieträgern müsse eingestellt werden, zudem müsste auch der Großteil der bereits gefundenen Vorkommen in der Erde verbleiben, um die Überlebens-Hoffnung für Menschen und das Natur-Ökosystem in den kommenden Jahrzehnten zu erhalten.

Rockefeller Family Fund: ExxonMobil hat gegen öffentliche Interessen agiert
Konkret zu ExxonMobil heißt es in der Erklärung des Rockefeller Family Fund, dass man nachlässig sei, wenn man den Fokus nicht auf die das lenke, was als der "moralische verwerfliche" Teil von ExxonMobil bezeichnet wird. Man gehe davon aus, dass der Ölkonzern seit der 1980er Jahren versuche, die Öffentlichkeit hinsichtlich des Voranschreitens des Klimawandels zu verunsichern. Gleichzeitig habe das Unternehmen die eigene Infrastruktur weiter gegen die Konsequenzen des Klimawandels verstärkt und neue Explorationen vorgenommen, während das arktische Eis weiter geschmolzen ist. Es sei Aufgabe der Behörden zu ermitteln, falls ExxonMobil gegen Gesetze verstoßen habe, doch der Fonds selbst wolle nicht mit einem Unternehmen in Verbindung stehen, dass die öffentlichen Interessen in derart offensichtlicher Weise missachte. Sämtliche Anteile an ExxonMobil sollen veräußert werden. Dies sei ein Schritt, der nicht leicht falle, da auch der Fonds lange Zeit von der Ölindustrie profitiert habe.

Rockefeller Brothers Fund bereits seit 2014 auf dem Fossile-Energien-Rückzug

Bereits im September 2014, also kurz vor dem Beginn der Weltklimakonferenz von New York, hatte der gemeinnützige Rockefeller Brothers Fund (RBF), der zur Rockefeller-Stiftung gehört und von John D. Rockefeller, einem der Mitgründer der Erdölraffinerie, gegründet wurde, Desinvestitionen im Bereich Öl und Gas angekündigt. Das Stiftungsvermögen soll besser mit der Stiftungs-Mission von 2010 in Einklang gebracht werden. Diese Mission sieht eine Verpflichtung von bis zu zehn Prozent des Stiftungsvermögens in Investitionen vor, die im Einklang mit den Zielen der nachhaltigen Entwicklung der Stiftung stehen. Es soll für die Förderung sauberer Energietechnologien und anderer Geschäftsstrategien, die Energieeffizienz fördern, eingesetzt werden, um den Klimawandel und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu mindern.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2016

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