22.08.2016, 08:43 Uhr

E.ON Tochter Uniper: Ergebnis mit Licht und Schatten

Düsseldorf - Die neue konventionelle Kraftwerkssparte von E.ON, Uniper, hat für das erste Halbjahr 2016 verbesserte Zahlen aus dem operativen Geschäft berichtet. Belastend wirken sich die Werberichtigungen auf Kraftwerke vor dem Börsengang aus.

E.ON's Spin-off Unternehmen Uniper hat die Zahlen für das erste Halbjahr 2016 vorgelegt. Der operative Gewinn ist um 50 Prozent dank eines guten Gasgeschäfts gestiegen. Belastend wirken sich Wertberichtigungen auf Kraftwerke aus, die unter dem Strich zu einem Verlust führen.

Uniper mit 1,5 Mrd. Euro Gewinn (EBITDA) dank Erdgasgeschäft

Das bereinigte EBITDA lag mit 1,5 Milliarden Euro rund 50 Prozent über dem Vorjahr (1. Halbjahr 2015: 1,0 Milliarden Euro), das bereinigte EBIT hat sich von 0,5 Milliarden auf 1,1 Milliarden Euro etwa verdoppelt. Wesentliche Treiber waren die - bereits bekannten - veränderten Konditionen bei den langfristigen Bezugsverträgen für Erdgas aus Russland und weitere positive Impulse aus dem globalen Handelsgeschäft. Während das Segment Globaler Handel deutlich zulegen konnte und mit 1,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 0,4 Milliarden Euro) zum bereinigten EBITDA von Uniper beitrug, gingen die Erträge in den Segmenten Europäische Erzeugung und Internationale Stromerzeugung zurück.

Internationale Stromerzeugung rückläufig

Die Stromerzeugung in den europäischen Märkten wurde von den weiterhin niedrigen Großhandelspreisen für Strom sowohl in Deutschland als auch in Skandinavien belastet. Das bereinigte EBITDA ging in diesem Segment um rund ein Fünftel auf 0,4 Milliarden Euro zurück (Vorjahr: 0,5 Milliarden Euro). Das neue Kraftwerk Maasvlakte 3 in den Niederlanden lieferte einen ersten positiven Beitrag zum Ergebnis. Das Segment Internationale Stromerzeugung litt unter den Auswirkungen des Brandschadens am Kraftwerk Beresowskaja 3 in Russland sowie der anhaltenden Rubelschwäche und erzielte ein bereinigtes EBITDA von 5 Millionen Euro (Vorjahr: 150 Millionen Euro). Die umfangreichen Reparaturarbeiten an Beresowskaja 3 werden voraussichtlich nicht vor Mitte 2018 beendet sein.

Wertberichtigungen drücken Uniper in die Verlustzone

Wie von E.ON bereits am 10. August im Rahmen der Halbjahresberichterstattung kommuniziert, hat Uniper im ersten Halbjahr unter dem Strich einen Nettoverlust in Höhe von 3,9 Milliarden Euro ausgewiesen. Dieser ist im Wesentlichen auf nicht unmittelbar zahlungswirksame Bewertungseffekte vor allem im Europäischen Stromerzeugungs- und Gasspeichergeschäft (rund 2,9 Milliarden Euro) sowie auf Drohverlustrückstellungen bei Gasspeichern (rund 0,9 Milliarden Euro) zurückzuführen.

Uniper plant, Anfang September – nach Freigabe durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – seinen Börsenprospekt für die Notierung an der Frankfurter Wertpapierbörse zu veröffentlichen. Voraussichtlich Mitte September sollen dann Uniper-Aktien erstmals an der Börse gehandelt werden. E.ON-Aktionäre erhalten für jeweils zehn E.ON-Aktien zusätzlich eine neue Uniper-Aktie automatisch in ihr Depot.

Quelle: IWR Online
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