27.09.2016, 08:15 Uhr

Stromleitung zwischen Sachsen und Thüringen wird aufgerüstet

Bonn – Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat bei der Bundesnetzagentur den Ausbau einer Übertragungsleitung zwischen Sachsen und Thüringen beantragt. Dabei sind die Auswirkungen auf Mensch und Natur gering.

Die Bundesnetzagentur hat am Montag (29.09.2016) einen Antrag der 50Hertz Transmission GmbH auf Genehmigung eines Trassenkorridors für den ersten Abschnitt Weida-Remptendorf der Stromleitung Röhrsdorf (Sachsen) über Weida nach Remptendorf (Thüringen) erhalten.

Ersatzneubau verringert Auswirkungen auf Mensch und Umwelt

Auf der Strecke soll die vorhandene Wechselstromleitung, die zwischen Sachsen und Thüringen verläuft, durch eine leistungsfähigere 380-Kilovolt-Freileitung ersetzt werden. Durch entsprechende Hochstrom-Leiterseile soll die Übertragungskapazität der rund 100 Kilometer langen Leitung um bis zu 40 Prozent erhöht werden. Die Trasse wird größtenteils als Ersatzneubau realisiert. Dabei orientiert sich der vorgeschlagene Trassenkorridor weitestgehend am Verlauf einer bereits bestehenden Trasse. So werden die Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Natur so gering wie möglich gehalten.

Insbesondere in den Bereichen, in denen die bestehende Trasse in der Nähe von Siedlungen verläuft, werden aber auch Alternativen betrachtet. Nach Inbetriebnahme der neuen Leitung wird die bestehende 380-kV-Leitung zurückgebaut. Zusätzlich müssen die Umspannwerke in Röhrsdorf, Weida und Remptendorf für die neue Freileitung angepasst werden. „Für das Gelingen der Energiewende sind nicht nur die großen Stromautobahnen entscheidend, sondern auch viele kleinere Leitungsprojekte, die die sichere Versorgung mit Strom deutschlandweit erst möglich machen“, erklärt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Bundesnetzagentur will Bürger ausführlich informieren

Ziel des Genehmigungsverfahrens, der sogenannten Bundesfachplanung, ist es, einen 500 bis 1.000 Meter breiten Trassenkorridor festzulegen, in dem die Leitung verlaufen wird. Der genaue Verlauf der Leitung innerhalb dieses Korridors wird in einem anschließenden Planfeststellungsverfahren definiert. Dabei führt die Bundesnetzagentur zu jedem Abschnitt eine Antragskonferenz durch. Diese wird für den ersten Abschnitt voraussichtlich im November 2016 in der Region stattfinden. „Um Bürgerinnen und Bürger umfassend zu informieren und zu beteiligen, führen wir voraussichtlich im November in der Region eine Antragskonferenz zu diesem Abschnitt der Leitung durch.“, so Homann.

Am Ende der mehrstufigen Bundesfachplanung entscheidet die Bundesnetzagentur dann über einen geeigneten Trassenkorridor. Den Antrag für den zweiten Abschnitt Röhrsdorf-Weida wird 50Hertz voraussichtlich im Dezember 2016 stellen.

Quelle: IWR Online

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