17.10.2016, 08:23 Uhr

Wie die AKW-Betreiber jetzt Steuern vermeiden

Münster - Das Atomkraftwerk Gundremmingen C befindet sich aktuell im Leistungsbetrieb, allerdings mit gedrosselter Leistung. Ende 2016 endet die für die AKW-Betreiber zu zahlende Brennelementesteuer. Atomkraftgegner wittern eine gezielte Strategie der Steuervermeidung.

Normalerweise ist in Deutschland der Einsatz von Brennstoffen mit der Mineralölsteuer und der Ökosteuer belegt. Atomkraftwerke mussten hingegen für ihren „Brennstoff“ lange Zeit keine Steuern zahlen. Erst 2011 wurde die Brennelemente-Steuer eingeführt. Diese soll aber bereits 2016 wieder abgeschafft werden. Nutzen das die AKW-Betreiber zur Vermeidung von Steuerzahlungen?

Gundremmingen hat zu wenig "Brennstoff" - Vermeidung von Steuern?

Die Gundremminger AKW-Betreiber RWE und EON haben bei der Revision im Sommer 2016 offenbar nur wenige verbrauchte Spaltelemente durch frische Brennelemente ersetzt. So wollen sie Steuern vermeiden, kritisiert das Forum Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. in einer Mitteilung. Denn für neue Spaltelemente fällt die sogenannte Kernbrennstoffsteuer („Brennelementesteuer“) an.

AKW-Betreiber: Gundremmingen befindet sich im "Stretch-Out-Betrieb"

Aus einer Mitteilung des Kraftwerks Gundremmingen geht unterdessen hervor, dass sich das AKW im so genannten Stretch-Out-Betrieb. Hierbei verringert sich die Leistung der Anlage stetig bis zum Abschalten des Blocks für einen Brennelementwechsel am 28.12.2016, so der Betreiber. Seit dem 25.09.2016 wird Block C mit einer um rund 100 Megawatt verringerten Leistung betrieben. Der Grund für die gedrosselte Leistung sieht der AKW-Betreiber indes darin, dass eine der acht Kühlmittelumwälzpumpen der Anlage nach einem Defekt vorsorglich außer Betrieb genommen wurde. Eine Meldepflicht gegenüber der Aufsichtsbehörde besteht für dieses Ereignis nicht. Die laufende Betriebsüberwachung von Block C liefert aktuell zudem Hinweise auf einen Brennelementdefekt. Die Anlage ist für das Auftreten von Brennelementdefekten ausgelegt, so der Betreiber. Der sichere Betrieb sei auch in solchen Fällen gewährleistet, die Aufsichtsbehörde wurde informiert.

Quelle: IWR Online

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