02.12.2016, 08:01 Uhr

Deutschlands flexibelstes KWK-Kraftwerk entsteht in Kiel

Jenbach, Österreich – Die Stadtwerke Kiel planen den Bau eines neuen, innovativen Gasmotoren-Heizkraftwerks. Die Installation der insgesamt 20 Gasmotoren aus Österreich hat begonnen. Im Mittelpunkt stehen flexibel steuerbare BHKWs in Verbindung mit einem Wärmespeicher.

Das 190 Megawatt (MW) große Kraftwerk mit den 20 Jenbacher-Motoren ist laut General Electric (GE) ein Leuchtturmprojekt der Energiewende. Für die Distributed Power Unternehmenssparte von GE in der österreichischen Gemeinde Jenbach, die mit dem Generalunternehmer Kraftanlagen München (KAM) zusammenarbeitet, ist es der größte Auftrag ihrer Unternehmensgeschichte.

Neue Maßstäbe in Sachen Flexibilität, Effizienz und Nachhaltigkeit

Frank Meier, Vorstandchef der Stadtwerke Kiel, freut sich über das grüne Licht des Aufsichtsrats: „Unser Küstenkraftwerk K.I.E.L. steht für Kiels intelligente Energie-Lösung. Hiermit sichern wir die Fernwärmeversorgung in Kiel und leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zum Umweltschutz. Das europaweit einzigartige Projekt setzt neue Maßstäbe in Sachen Flexibilität, Effizienz und ökologischer Nachhaltigkeit.“ Das Herzstück der Kraft-Wärme-Kopplungs(KWK)-Anlage am Ostufer der Kieler Förde bilden 20 Jenbacher Gasmotoren vom Typ J920 Flextra mit einer Gesamtleistung von 190 MW und einem Gesamtwirkungsgrad von insgesamt mehr als 90 Prozent. Die neue Anlage soll rund 70 Prozent weniger CO2 ausstoßen als das frühere Kohlekraftwerk.

KWK-Gesetz als wichtige Voraussetzung

Die sogenannte zweite Phase des 2015 gestarteten Projekts soll nun rasch umgesetzt werden. Geplant ist, dass das neue Gasmotorenheizkraftwerk die Stadt Kiel bereits ab Herbst 2018 mit Fernwärme und Strom versorgt und damit neue Maßstäbe in den Bereichen Flexibilität, Effizienz und ökologische Nachhaltigkeit setzt. In Phase eins standen die Planung für das Kraftwerk sowie der Bau einer Pumpenhalle für die Nutzung des Wärmespeichers im Fokus. Nun geht es um die Errichtung des Kraftwerks inklusive der Motorenfertigung und Lieferung. Nach abschließender beihilferechtlicher Prüfung durch die EU-Kommission steht die Notifizierung der Fördersätze des KWKG 2016 seit Ende Oktober 2016 fest und sorgt nun für die endgültige Planungssicherheit des Projekts.

Individuell steuerbare BHKWs und Wärmespeicher

Um die hohe Betriebsflexibilität zu sichern, setzt die neue Anlage auf 20 individuell steuerbare Jenbacher Gasmotoren von GE, die in weniger als fünf Minuten auf Volllast sind. Teil des modularen Kraftwerkskonzepts sind zudem ein Wärmespeicher sowie ein Elektrodenkessel zur Umwandlung von Überschussstrom in Wärme. Alles deute darauf hin, dass dieses schnell regelbare Kraftwerk mit der starken Entkopplung der Strom- und Wärmeproduktion für künftige Projekte anderer lokaler Energieversorger richtungweisend sein wird, so GE.

Quelle: IWR Online

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