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10.01.2017, 08:12 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

China steckt Milliarden in ausländische Öko-Energiefirmen

Cleveland – Seit Jahren ist China bereits Weltmarktführer beim Ausbau erneuerbarer Energien wie Windenergie, Photovoltaik und Bioenergie im eigenen Land. Nach einer neuen Studie verfolgt das Land der Mitte nun auch außerhalb seiner Grenzen eine massive Wachstumspolitik.

China stellt bereits die größten Hersteller von Windenergieanlagen und Photovoltaik-Modulen. In keinem anderen Land der Erde werden derzeit jährlich mehr Wind-, Solar- und Bioenergie-Anlagen gebaut wie in China. Nun ziehen auch die chinesischen Investitionen im Ausland kräftig an. Dabei steht auch Deutschland hoch im Kurs.

Going Global: China pumpt Milliarden in ausländische Öko-Energiefirmen
Nach einer Studie des US-Forschungsinstituts IEEFA aus Cleveland in Bundesstaat Ohio hat China im Jahr 2016 die Auslandsbeteiligungen im Sektor erneuerbare Energien deutlich erhöht. Das Institut spricht von einer „Going Global“ Strategie. Demnach sind die Investitionen mit einem Volumen von über einer Milliarde US-Dollar je Beteiligung durch chinesische Unternehmen von rund 20 Mrd. US-Dollar im Jahr 2015 um rund 60 Prozent auf 32 Mrd. US-Dollar (rund 30,4 Mrd. Euro) in 2016 angestiegen.

Nach Einschätzung des US-Instituts wird sich dieser Wachstumstrend auch in 2017 fortsetzen. Begründet wird diese Erwartung mit dem Regierungswechsel in den USA und Donald Trump als neuem Präsidenten, sofern dieser seine energiepolitischen Ankündigungen umsetzen wird. Dieser Wechsel werde die globale Führungsposition von China im Bereich erneuerbare Energien weiter stärken, so das IEEFA (Institute for Energy Economics and Financial Analysis).

Chinesen kaufen Müllverbrenner und Offshore-Windparkbetreiber in Deutschland

Die größte Investition ist laut dem auch von verschiedenen Rockefeller-Stiftungen finanzierten IEEFA-Institut das Engagement der State Grid Corporation of China in den brasilianischen Energieversorger CPFL (13 Mrd. US-Dollar). In Deutschland zählt die IEEFA den Einstieg von Beijing Enterprises Holdings in den energetischen Müllverwerter EfW (1,6 Mrd. US-Dollar) und die Investition von China Three Gorges Corp in den Offshore-Windenergie-Erzeuger WindMW (1,6 Mrd. US-Dollar) zu den Top-Anlagen.

Tim Buckley, Chefautor des Berichts, erklärte, China habe verstanden, dass erneuerbare Energien ein großes Geschäft seien. Aufbauend auf das erstaunliche Wachstum im Heimatmarkt für emissionsarme Energieerzeugung, beschleunige China nun das kommerzielle Wachstum im Ausland. Im Gegensatz zu den USA entwickle sich China zum konkurrenzlosen Anführer bei sauberen Energien. In einigen Jahren könne diese Entwicklung den Vereinigten Staaten leidtun, so Buckley.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2017

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