06.02.2017, 14:22 Uhr

Gibt Solarworld Zellproduktion in Freiberg auf?

Münster – Der deutsche Solarkonzern hat die Solar-Produktion im thüringischen Arnstadt 2014 von Bosch übernommen. Nun könnte die Produktionskapazität dort weiter steigen – zu Lasten des Werks in Freiberg.

Die Bonner Solarworld AG betreibt in Arnstadt eine von Europas größten Produktionsstätten für Solarmodule. Nun denkt der Konzern darüber nach, die Zellfertigung in Arnstadt zu konzentrieren. Das würde auch eine Reduzierung am Standort Freiburg bedeuten.

Solarworld Zellproduktion in Arnstadt konzentrieren

Wie die Tageszeitung Freie Presse nun berichtet und Solarworld auf Anfrage von IWR Online bestätigt hat, spielt der integrierte Solarkonzern mit dem Gedanken, die Produktion von Photovoltaik-Zellen am Standort Arnstadt zu konzentrieren. In diesem Zuge würde dann auch die Zellfertigung am deutlich älteren Standort im sächsischen Freiberg aufgegeben. Durch die Konzentration auf die Stärken des jeweiligen Standortes will Solarworld die Produktion optimieren und Kostenvorteile realisieren. Arnstadt wird sich demnach auf Solarzellen, Freiberg auf Wafer und Module spezialisieren.

Solarworld hat den Produktionsstandort Arnstadt im März 2014 von Bosch übernommen und seither auf eine Zell-Produktionskapazität von jährlich 700 Megawatt (MW) ausgebaut. Der Konzern fertigt hier monokristalline PERC-Hocheffizienzzellen (Passivated Emitter Rear Cell). In Freiberg beträgt die Zell-Produktionskapazität bislang 330 MW pro Jahr.

Millionen-Investitionen in Wafer-Produktion in Freiberg

Freiberg ist nach Angaben von Solarworld Europas größter Fertigungsstandort für Solarwafer. Die Solarproduktion wurde bereits 2001 gestartet. Neben Wafern werden in Freiberg bislang auch Solarzellen und Solarmodule produziert. Erst Mitte Januar 2017 hat das Unternehmen Millionen-Investitionen in die Waferproduktion in Freiberg angekündigt. Der Standort erhält mehrere neue Diamantsägen des Schweizer Maschinenbauers Meyer Burger.

Quelle: IWR Online

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