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28.02.2017, 08:04 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Forscher heizen mit Pellets aus Laub und Gras

Bremerhaven – Heizen mit Laub und Gras ist naheliegend, aber die Brennstoffeigenschaften dieser Gartenabfälle sind nicht ideal. Forscher des Bremerhavener Technologie-Transfer-Zentrums (ttz) haben nun aufgezeigt, das sich diese Bioreststoffe dennoch sinnvoll energetisch nutzen lassen.

Der Einsatz von Laub, Gras und Gewässerpflegematerial zur Energiegewinnung in Verbrennungs- oder Vergasungsanlagen ist bislang schwierig. Ein hoher Anteil von Asche, Kalium oder Chlor verhindern die umfangreiche energetische Nutzung. Nun ist es den ttz-Forschern jedoch gelungen, Kleinfeuerungsanalgen regelbrennstoffkonform mit solchen Reststoffen zu betreiben.

Regelkonforme Verbrennung von Laub und Gas in Kleinfeueranlagen möglich
Forschern des ttz in Bremerhaven in es im Rahmen des vom BMWi geförderten Projektes „IbeKET“ (Innovatives bedarfsangepasstes Kommunal-Energieträger-Konzept), gelungen, Laub und Gras zu regelbrennstoffkonform nutzbaren Pellets umgewandelt. Die Wissenschaftler haben verschiedene Aufbereitungsoptionen für die Biomasse untersucht und anschließend die Brennstoffeigenschaften sowie das Verhalten der Materialien in Kleinfeuerungsanlagen mit einer thermischen Leistung zwischen 30 und 50 Kilowattstunden ausgewertet. Dabei wurden u.a. Daten zu Feinstaub, NOx, CO sowie zum Lagerverhalten der Pellets untersucht, um so die ganzjährige Verarbeitbarkeit der saisonal anfallenden Stoffe nachzuweisen.

Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass die Pelletproduktion durch eine optimierte Entwässerung und Materialzufuhr effizienter gestaltet werden kann und sich damit alle relevanten normativen Parameter signifikant verbessern lassen. Dies spiegelten auch die Ergebnisse der Verbrennungsversuche wieder. Eine Nutzung von Additiven oder die Herstellung von Mischbrennstoffen waren für die Einhaltung der Grenzwerte nicht erforderlich.

Nutzung von Gras und Laub im praktischen Maßstab möglich

Zur Auslastung einer Anlage mit solcher feuchter Reststoffbiomasse ist ein Radius von etwa 30 Kilometern ausreichend. Dies zeigen die Forscher in der Konzeption einer dezentraler Strom- und Wärmeversorgung auf. Das ttz in Bremerhaven verfolgt nun weiterhin die praktische Umsetzung des erarbeiteten Konzeptes, zeigt sich mit den Ergebnissen aber bereits sehr zufrieden. Das Projekt zeigt erstmals die energetische Einsetzbarkeit von Gras und Laub in repräsentativem und praktischem Maßstab auf, teilt das ttz mit.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2017

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