29.05.2017, 15:55 Uhr

Was macht Trump beim Klimaschutz?

Münster – US-Präsident Donald Trump will offiziell in dieser Woche die Position der US-Regierung zum globalen Klimaschutzabkommen von Paris aus dem Jahr 2015 bekanntgeben. Dass Trump den von Menschen gemachten Klimawandel ablehnt, ist kein Geheimnis. Aber ob er so weit gehen wird, aus dem historischen, internationalen Klimavertrag auszusteigen, war bislang noch offen.

Dass sich Trump und die aktuelle US-Regierung tatsächlich vom Klimaschutzabkommen verabschieden könnten, wollen inzwischen einige Medien erfahren haben. Offiziell erklärte Trump via Twitter, dass er in dieser Woche dazu Stellung beziehen werde. Nach dem G7-Treffen in Italien hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel indirekt zum Verhältnis zu den USA geäußert.

Trump kündigt Entscheidung zum Klimavertrag an

Auf der UN-Klimakonferenz in Paris haben Ende 2015 insgesamt 195 Staaten den Klimavertrag beschlossen, darunter auch die USA. Die Verabschiedung des Abkommens sendete ein starkes Signal an die Weltgemeinschaft und die Industrie. Inzwischen ist der Vertrag bereits in Kraft getreten, doch noch ist unklar, ob die neue US-Regierung unter Präsident Trump zum Vertrag steht. Trump will sich in dieser Woche dazu äußern. Sollte die Regierung Trump tatsächlich aus dem Pariser Klimavertrag austreten, dann wären die USA weltweit einer von drei Staaten: Nicht zugestimmt haben ansonsten nur das Kriegsland Syrien sowie Nicaragua.

US-Magazin: Trump will aus dem internationalen Klimaschutzabkommen aussteigen

Doch Medien berichten, dass Trump sich bereits entschieden habe und aus dem Vertrag aussteigen will. Darüber habe der Präsident auch dem Chef der amerikanischen Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt, informiert, so das US-amerikanische Internet-Magazin „Axios“. Das Portal beruft sich nicht genannte Insider.

Merkel: Kein völliger Verlass mehr auf die USA

Sollte dies zutreffen, bewahrheitet sich die jüngste Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schneller als befürchtet. Merkel hatte nach dem Gipfel erklärt, dass die Zeiten, in denen man sich auf andere völlig verlassen konnte, ein Stück vorbei seien. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) kommentierte die US-Haltung zum internationalen Klimaschutz direkt. In einem Interview stellte Hendricks fest, dass sich sechs der G7-Staaten klar für Wohlstand durch Klimaschutz entschieden hätten. Hoffentlich treffe Trump nun die richtige Entscheidung für die Menschen in seinem Land, so Hendricks. Die Umweltministerin nimmt heute in Berlin am Dialogforum Think Tanks (Think20, T20) im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft teil.

Quelle: IWR Online

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