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07.07.2017, 11:41 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

FDP gegen Windenergie - Grüne gegen Braunkohle

Münster – FDP und Grüne vertreten in der Energiepolitik ganz unterschiedliche Positionen. Während die Grünen in einer Studie auf die schwindende Bedeutung der Braunkohle hinweisen, macht FDP-Chef Christian Lindner in einem Interview gegen die Windenergie mobil.

Bereits im NRW-Wahlkampf hat FDP-Chef Lindner den Ausbau der Windenergie kritisiert. In einem dpa-Interview zu Beginn der Woche legt Lindner mit Blick auf den Bundestagswahlkampf weiter nach. Die Grünen plädieren unterdessen für den Kohleausstieg und einen Strukturwandel.

Lindner kritisiert Windenergie-Abregelung in Schleswig-Holstein
In einem Interview erklärte Lindner zur Windenergie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin: „Es macht keinen Sinn, einen Energieträger mit hohem Tempo und Subventionen auszubauen, wenn der produzierte Strom nicht genutzt werden kann." Als Beispiel nannte Lindner Schleswig-Holstein. Dort seien viele Windkraftanlagen laut Lindner die meiste Zeit nicht am Netz, weil es keine Leitungen zum Stromtransport und keine Speicher gebe. Deutschland brauche "eine marktwirtschaftliche Wende in der Energiepolitik".

In Schleswig-Holstein regiert derzeit eine Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen. Während die FDP im Norden den Ausbau von Straßen im Koalitionsvertrag durchsetzen konnten, stand für die Grünen die Windenergie und der Ausbau der Stromnetze als wichtiger Wirtschaftsfaktor im Fokus.

Grüne im Braunkohlerevier – Strukturwandel aktiv gestalten
Die Grünen verfolgen derweil weiter das Ziel eines Kohleausstiegs. In dieser Woche war Bundestags-Spitzenkandidat Cem Özdemir in der Lausitz, um sich über die Situation im Braunkohlerevier zu informieren. Eine aktuelle Kurzstudie im Auftrag der Grünen kommt zu dem Ergebnis, dass es in der Braunkohle-Branche nur noch maximal 20.000 direkte Arbeitsplätze gibt, davon etwa 9.000 im Rheinischen, 2.600 im Mitteldeutschen Revier und knapp 7.900 in der Lausitz. Cem Özdemir erklärte: „Klar ist: Die Kohle hat keine Zukunft. Alles andere ist Augenwischerei und gaukelt den betroffenen Regionen und den Menschen, die dort von oder mit der Kohle leben, etwas vor.“ Anstelle den bereits stattfindenden Strukturwandel zu blockieren oder einfach wegzuschauen, gelte es, diesen Wandel mit den betroffenen aktiv zu gestalten, so der Grünen-Parteichef.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2017

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