24.10.2017, 08:09 Uhr

Schweden und Frankreich machen beim Klimaschutz Druck

Stockholm – Kurz vor der Weltklimakonferenz in Bonn, wollen Schweden und Frankreich die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens beschleunigen. Für Europa haben beide Länder konkrete Vorstellungen, die besonders der deutschen Autoindustrie nicht gefallen dürften.

In Stockholm haben sich am Montag (23.10.2017) die stellvertretende Ministerpräsidentin Schwedens, Isabella Lövin, und der französische Staatssekretär Brune Poirson getroffen. Die Vertreter beider Länder haben sich auf mehrere Maßnahmen verständigt, wie der Pariser Klimavertrag von 2015 schneller implementiert werden kann. Das beinhaltet auch konkrete Pläne für die EU.

Schnelle Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens gefordert

Die beiden Ländervertreter haben nach ihrem Treffen die Bedeutung einer schnellen Umsetzung des Weltklimavertrages sowie der Entwicklung grüner Innovationen betont. Wissenschaftliche Studien zeigten, dass die Stabilität unseres Lebenserhaltungssystems weiterhin in Gefahr sei, betonen Lövin und Poirson in einem gemeinsamen Statement. Länder, Regionen, Städte und Unternehmen müssten nun gemeinsam über die bisherigen Zusagen zum Pariser Klimaabkommen hinausgehen. Andernfalls werde man die weltweiten Klimaschutzziele verfehlen.

EU muss ab 2018 ambitioniertere Klimaziele für die Zukunft vorlegen

Dabei blicken beide Länder vor allem auf die Zeit nach 2020. Um die Klimaführerschaft der EU zu stärken, planen sie einen permanenten Dialog im Rahmen der Green Groth Group (GGG), einem Verbund von 16 Staaten innerhalb der EU, dem auch Deutschland angehört, zu entwickeln. Die EU müssen bereit sein, ihre zukünftigen Klimaziele im Laufe des Jahres 2018 zu erhöhen.

Im Jahr 2018 findet die 24. Weltklimakonferenz in Polen statt. Nach der diesjährigen „Arbeitskonferenz“ in Deutschland sollen 2018 in Polen wesentliche Umsetzungsmechanismen und –regeln für den Pariser Klimavertrag beschlossen werden. Schweden und Frankreich wollen sich im Rahmen des GGG daher ebenfalls dafür einsetzen, dass der Mehrjährige Finanzrahmen der EU für die Zeit nach 2020 an den Zielen des Pariser Klimaschutzvertrags ausrichtet wird.

Kommission soll scharfe CO2-Standards für Autos vorlegen – Emissionsfreies Autos bis 2030

Konkret ist es aus Sicht beider Regierungsvertreter im kommenden Jahrzehnt unbedingt notwendig, die Klimaemissionen von Fahrzeugen innerhalb der EU zu reduzieren. Beide wollen dazu bei der Entwicklung einer Europäischen Industriepolitik zusammenarbeiten. Der anstehende Vorschlag der EU-Kommission für neue CO2-Standars für Fahrzeuge soll nach den Wünschen Frankreichs und Schwedens daher nicht nur sehr ambitioniert ausfallen, sondern auch klare Ziele für 2025 sowie das langfristig Ziel emissionsfreier Autos um das Jahr 2030 beinhalten. Auch die Elektrifizierung des Transportsektors müsse beschleunigt werden.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen seien nicht nur im Interesse des Schutzes der EU-Bürger vor Klimarisiken, sondern auch im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit der EU, betonen die Regierungsvertreter. Chancen in der Grünen Wirtschaft würden sonst verpasst werden.

Quelle: IWR Online

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