25.10.2017, 10:59 Uhr

Vestas geht mit weltgrößter Offshore-Turbine in die USA

New York / South Carolina – MHI Vestas hat für die Tests und Zertifizierungen der weltgrößten Offshore-Windenergieturbine einen Standort in den USA ausgewählt. Hinter dem Schritt steckt auch ein strategisches Kalkül.

MHI Vestas Offshore Wind, ein Joint Venture des dänischen Windenergie Weltmarktführers Vestas mit Mitsubishi Heavy Industries, hat die Universität Clemson im US-Bundesstaat South Carolina als Teststand für die neue Offshore-Turbine des Unternehmens ausgewählt.

9,5-MW-Offshore Windturbine wird in Clemson getestet

MHI Vestas wird für die neue Windenergieturbine V164-9.5 MW alle Tests und Zertifizierungen der Getriebe und Hauptlager am Teststand der Universität Clemson durchführen. Die Turbine mit einer Leistung von 9,5 Megawatt (MW) ist laut Vestas die leistungsstärkste der Welt. „Wir sind hocherfreut, eine solche weltklassige Einrichtung gefunden zu haben, um die Tests an der weltweit größten Windenergieturbine durchzuführen“, unterstreicht Jakob Søbye, Senior Director of Technology bei MHI Vestas.

Mit den Tests will MHI Vestas besser verstehen, wie sich Lager und Getriebe der 9,5-MW-Anlage über eine Lebensdauer von 20 Jahren und mehr verhalten. Mit den Testergebnissen möchte das Unternehmen seine Service-Strategie verbessern, um optimale Verfügbarkeit und minimale Komponentenermüdung zu erreichen. Die Dänen investieren dazu 35 Millionen US-Dollar (30 Mio. Euro) in das Projekt, davon werden 23 Mio. US-Dollar (20 Mio. Euro) über fünf Jahre an die Universität fließen.

Vestas: Katapultieren USA an die Offshore-Spitze

Die Partnerschaft markiert gleichzeitig die erste große Investition von MHI Vestas in den USA. Die Staaten würden mit dem Test der weltgrößten Turbinen in eine Führungsrolle im Offshore-Sektor katapultiert, so das Unternehmen. MHI Vestas erwartet, dass die V165-9.5 MW Turbine bei der ersten Runde großer Offshore-Projekte in den USA zum Einsatz kommen wird.

USA investieren strategisch in die Offshore-Windenergie

Die USA haben ihrerseits auf diese Entwicklung hingearbeitet. Obwohl das Land erst Ende 2016 einen ersten kleineren Offshore-Windpark mit einer Leistung von 30 MW in Betrieb genommen hat, förderte das US-Energieministerium bereits 2009 den Aufbau eines Teststands für Windenergieanlagen der nächsten Generation an der Clemson Universität. Das Energy Innovation Center der Universität kann in zwei Versuchsständen Anlagen mit einer Leistung von bis zu 7,5 MW und bis zu 15 WM testen. Interessant ist, dass der Teststand in Deutschland, bei der Renk AG in Augsburg, in Auftrag gegeben wurde.

„Clemsons Einrichtungen sind unvergleichlich und ermöglichen MHI Vestas ihre Technologie für den Markt zu entwickeln und eine neue Quelle erneuerbarer Energien einzuführen, was entscheidend für unsere Energie-Zukunft ist“, betont Randy Collins, stellvertretender Vizepräsident von Clemson. Das Programm werde nicht nur die Windenergie-Technik voranbringen, sondern auch in die Bildung der Studenten einfließen. „Es ist eine echte Win-Win-Situation für unsere jeweiligen Institutionen“.

Quelle: IWR Online

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